Genosse Nachwuchs Wie geht es einem, der in diesen Zeiten in die SPD eintritt? Der Journalist Nicol Ljubić hat es ausprobiert. 180 Tage führte der 31jährige Nicol Ljubic Tagebuch über Wahlkampf, Filz und Euphorie an der SPD-Basis. 40.000 Parteiaustritte und seine Freunde konnten ihn nicht abhalten:
Er macht sich auf in die Niederungen der SPD. Er begegnete Franz Müntefering und vergaß, ihn zu duzen, er ließ sich von Wolfgang Thierse beschimpfen, lernt die Bedeutung von Bier kennen, und manchmal kam er sich wie in einer Selbsthilfegruppe vor – trotzdem will er sich weiterhin für die Sozialdemokratie einsetzen.
Genosse Ljubic aber hält durch. Denn wer, wenn nicht er - der Nachwuchs! - wird morgen die Welt regieren?
Wer "Genosse Nachwuchs" liest, wird daran erinnert, dass Politik von Menschen gemacht wird, die sich auch mal für ihre Überzeugungen beschimpfen lassen, ohne mit Geld oder gar mit Anerkennung entschädigt zu werden. Das Buch führt den heutigen Politikbetrieb jenseits von Christiansen und Leitartikeln vor Augen: den politischen Alltag an der Basis. |