Bei 2000 Arzneimitteln entfällt die Zuzahlung

tl_files/bilder/arznei.jpgVom 1. Juli 2006 an brauchen Patienten bei mehr als 2000 Arzneimittel keine Zuzahlungen (fünf bis zehn Euro) mehr leisten.

Die Grundlage für diese Regelung hat der Gesetzgeber mit dem Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz geschaffen, dass am 1. Mai 2006 in Kraft getreten ist.

Bedingung für die vollständige Befreiung eines Arzneimittels von der Zuzahlung ist,

  • dass es für das Arzneimittel einen Festbetrag ( Höchstbetrag für die Erstattung von Arzneimittel-Preisen durch die gesetzlichen Krankenkassen) gibt und
  • dass der Preis des verordneten Arzneimittels mindestens 30 Prozent unterhalb des Festbetrages liegt und
  • es einen entsprechenden Beschluss der Spitzenverbände der Krankenkassen für das Arzneimittel gibt.

Diesen Beschluss haben die Spitzenverbände im Mai 2006 zunächst für ca. 1000 Arzneimittel gefasst. Dazu zählen u.a. Schmerz- und Krebsmittel, Herz-Kreislauf-Mittel, Antibiotika, Antidepressiva, Mittel für Epileptiker und Parkinson-Patienten. Damit ist zwar noch nicht für jede Therapie ein zuzahlungsfreies Arzneimittel verfügbar, doch wenn die Patientinnen und Patienten sowie die Ärztinnen und Ärzte diese Möglichkeit annehmen, können weitere Wirkstoffgruppen von der Zuzahlung befreit werden.

Nun müssen aber auch die Arzneimittelhersteller ihre Preise so festlegen, dass die Versicherten auch tatsächlich keine Zuzahlungen mehr leisten müssen. Je stärker günstige Arzneimittel mit Festbetrag nachgefragt werden, desto größer wird der Anreiz für die Industrie, die Preise zu senken. Werden dann durch die neue Regelung mehr preisgünstige Arzneimittel verschrieben, sparen Patienten und Krankenkassen.

Ab dem 1. Juli 2006 werden die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA) und auch die Spitzenverbände der Krankenkassen eine regelmäßig aktualisierte Liste der zuzahlungsfreien Präparate zur Verfügung stellen. Sie wird zunächst voraussichtlich mehr als tausend Präparate umfassen. Bürgerinnen und Bürger finden diese aktuelle Liste mit allen zuzahlungsfreien Arzneimitteln auch auf dem Internetportal des Bundesministeriums für Gesundheit.