Parlamentarisches Patenschafts Programm

Erfahrungsbericht - Kevin Cole

Am 1. Juli 2011 hat sich mein Leben radikal verändert. Ich bin nach Frankfurt am Main mit 25 Teilnehmer des Parlamentarisches Patenschafts-Programms (PPP) geflogen. Es war mein erster Tag in Deutschland und ich konnte nur touristisches Deutsch ('Hallo, ich heiße Kevin, wo ist die Toilette?'). Ganz am Anfang war das alles ganz neu, jeden Tag hatte ich etwas neues gelernt, gesehen, erlebt. Nur nach einem Tag bin ich wieder weg von Frankfurt gefahren mit 12 anderen Amerikanern, die für den Sprachkurs auch in München wohnen würden. 

Frankfurt war für mich eine sehr neue Stadt, aber München war total beeindruckend. Dort habe ich die Sommer 2011 verbracht. Heutzutage, ist diese Sommer eine schöne Erinnerung (besonders mit -2° in Stuttgart!), die ich niemals vergessen werde. Ich wollte dann hier nur eine kurze Geschichte von dieser Zeit erzählen, die mich wirklich begeistert hat. Eines Tages saß ich in der U-Bahn, und ich schrieb eine Nachricht an eine Freundin von mir auf Spanisch. Neben mir saß einen älterer Mann (circa 70). Er hat mich so extrem angestarrt, dass ich dachte er habe irgendwas gegen Spanien. Aber nach ein paar Minuten fragte er mich, warum ich auf Spanisch schreib. Damals war mein Deutsch nicht so gut, und er fragte mich ob ich überhaupt Deutsch reden könnte. Ich antwortete 'nicht wirklich', weil ich derzeit nur einen Monat in Deutschland gewohnt hatte. Plötzlich änderte er seinen Gesichtsausdruck, und fragte mich ob ich wirklich zwei Fremdsprachen lernte. Als ich ihm erklärte, dass ich 5 Fremdsprachen gelernt hatte, er war total gespannt. Er sagte, dass er niemals in seinem Leben ein Amerikaner, der mehr als Englisch sprechen könnte, kennengelernt hat. Dann musste er aussteigen, aber er sagte mir etwas echt Bewegendes: 'Du hast meine Ansicht der USA ein bisschen verändert'. 
Diese Erfahrung hat mich total motiviert, um das Ziel von unserem Programm als Amateur-Botschafter zu erfüllen. 

Am 20. August 2011 bin ich wieder umgezogen, dieses Mal in meine neue Heimat in Baden-Württemberg. Ich wohne in einem kleinen Dorf das Grötzingen heißt. 

Am Anfang war für mich der Unterschied zwischen München und diesem Dorf wirklich heftig, aber ich hatte endlich eine Familie, die mir sehr gut gefallen hat. Familie war aber auch etwas Anderes als mein Leben in den USA: jetzt habe ich 4 Gastgeschwister, die zwischen 7 und 18 Jahre alt sind. Zwischen September und Ende Januar habe ich die Realschule Neckartenzlingen mit meinem Gastbruder Björn in der 10. Klasse besucht. Dort habe ich mein Deutsch verbessert und auch neue Freunde kennengelernt. 

In Dezember habe ich mit Monika Zellner, meiner regionalen Betreuerin, angefangen, einen Praktikumsplatz in Stuttgart zu suchen. Nach ein Paar Gesprächen und Ideen-Sammeln hatten wir schon die Fachrichtung dieser Praktikumsplätze festgelegt. Seit 1. Februar arbeite ich bei 'GOstralia', einer Firme die mit deutschen Studenten arbeitet um ein Auslandsstudium in Australien und Neuseeland zu realisieren. Ich werde bis Ende Februar dort arbeiten und danach bei 'TipsnTrips Stuttgart' ein anderes Praktikum zu machen. 

Kurz vor Beginn meines Praktikums haben sich alle PPP-Teilnehmer in Berlin getroffen. Dort haben wir eine ganze Wochen zusammen verbracht, und viel Geschichte von Berlin entdeckt. Es war für uns, als Teilnehmer die in verschiedenen Orten in Deutschland wohnen, echt toll nochmals zusammen zu sein. 

Ich kann es kaum glauben, dass die Hälfte meines Austauschjahrs in Deutschland schon vorbei ist. Trotzdem, ich freue mich auf viele weitere Erfahrungen in diesem unglaublich schönen Land.