Frauen werden immer noch schlechter bezahlt

Mehr Lohngerechtigkeit per Gesetz

NÜRTINGEN (pm). Frauen endlich den gleichen Lohn wie Männern zahlen, dies fordert der Nürtinger Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold (SPD). Es sei für ihn unvorstellbar, dass in Deutschland eine Lohnlücke von 23 Prozent herrsche. Jedes Jahr werde dies am Equal-Pay-Tag zum Thema gemacht, doch die Bundesregierung handele nicht. In vielen Bereichen in der Politik herrscht dank dem Chaos von Schwarz-Gelb Stillstand. So auch bei der Gleichbehandlung bei der Entlohnung. Die SPD-Fraktion habe daher noch vor der parlamentarischen Sommerpause einen Entwurf für das Entgeltgleichheitsgesetz in den Deutschen Bundestag eingebracht, um dieses Manko zu beheben. 

In diesem SPD-Gesetzesentwurf seiTransparenz das wichtigste Schlüsselwort, so der Bundestagsabgeordnete. Denn ohne Transparenz der im Betrieb vorhandenen Lohnstrukturen gehe es nicht. Deshalb sollten Betriebe ab 15 Beschäftigten verpflichtet werden, ihre Entgeltstrukturen anonymisiert offen zu legen und auf Diskriminierung zu prüfen. Arbeitgeber, Vertreter der Arbeitnehmer und eine sachverständige Person sollten dann gemeinsam ein gerechteres Entlohnungssystem gestalten. Ohne Einmischung des Staates. Wenn eine Diskriminierung nicht in einer bestimmten Frist behoben werde, drohe ein Bußgeld bis zu 500.000 Euro. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes sei dafür zuständig.

„Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist getan“, so Arnold. „Im europäischen Vergleich ist Deutschland mit Estland das Schlusslicht, während der Lohnunterschied in Italien unter 9 Prozent aufweist“. Im EU-Durchschnitt verdienen Frauen circa 17 Prozent weniger als Männer. Zwei-Drittel aller im Niedriglohn Beschäftigter seien Frauen. Hier müsse man endlich einen gesetzlichen Mindestlohn einführen. Auch in vermeidlich geltenden Männerberufen verdienten Frauen weniger als ihre männlichen Kollegen. Der Lohnunterschied bei einem Versicherungskaufmann bzw. Kauffrau betrage fast 1000 Euro Unterschied, bei Köchen seien es noch 300 €. Auch in Führungspositionen verdienten Frauen weniger. Es reicht nicht, wie Schwarz-Gelb denke, nur auf Freiwilligkeit zu setzen, meint Arnold. Auch das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz greife zu kurz, denn nur bei individuellen Klagen könne es helfen, so der SPD-Mann. Dies fürchten jedoch die meisten, aus Angst den Arbeitsplatz zu verlieren.