Parlamentarisches Patenschafts Programm

Hamburg-Nürtingen

30.09.2008

Ja wirklich, das ist kein Witz, ich wohne jetzt in einer Stadt namens Hamburg, nicht in Deutschland - in den USA! Wer wissen will, wo das ist: Hamburg liegt im Westen vom Staat New York, die nächste, größere Stadt ist Buffalo und auch die Niagara Fälle (wo ich bis jetzt aber noch nicht war) und Kanada sind ganz in der Nähe. Meine Gastfamilie wohnt in einem kleinen, netten Einfamilienhaus. Meine Gastfamilie, das sind: Jim - mein Dad, Maggie und Leigha - meine Gastschwestern und Kiwi - ein netter, kleiner Hund. Mein Dad ist Lehrer und unterrichtet Earth Science und Religious Education (RE aber außerhalb der Schule in seiner Gemeinde). Und er macht gerne Desserts und Kuchen (mmmh - lecker ;)!). Meine Schwester Leigha ist nur ein Jahr jünger als ich, was oft ganz praktisch ist. Sie geht aber auf eine andere Schule. Meine Schwester Maggie (die gleich alt ist) habe ich noch zwei Wochen gesehen, bevor sie nach Italien gegangen ist. Sie macht dort auch ein Auslandsschuljahr (sogar mit der gleichen Organisation wie ich). Ich habe sozusagen ihren Platz in der Familie eingenommen (wohne auch in ihrem Zimmer).

Inzwischen habe ich mich ganz gut eingelebt und an den Familienalltag gewöhnt. Das war nicht allzu schwierig, da meine Familie ziemlich ähnliche Meinungen und Ansichten hat wie ich. Sie ist auch gar nicht so typisch amerikanisch, wie wir uns das vorstellen: Bis jetzt (zum Beispiel) habe ich noch kein Fastfood gegessen und wir sitzen auch nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher. Wir fahren viel Auto, das stimmt, aber ich habe schon einige Schüler getroffen, die auch mit dem Fahrrad zur Schule fahren oder (wie ich) laufen.

Was auch stimmt, ist, dass so ziemlich in jedem Raum entweder eine Klimaanlage oder ein Ventilator ist. Sogar in der Kirche, zu der wir jeden Sonntag gehen, sind einige Ventilatoren. Und auch in jedem Haus, jedem Schulraum, der Turnhalle und wiederum in der Kirche ist mindestens eine amerikanische Flagge zu finden. Ich genieße es sehr, hier sein zu können. Nicht alles ist einfach, ab und zu muss ich mich selbst daran erinnern, dass ich jetzt hier bin und diese einmalige Chance bekommen habe, aber es wird von Tag zu Tag besser: das Verstehen und Englischreden, der Umgang mit den Menschen, der Anschluss an die anderen. Es überrascht mich inzwischen auch nicht mehr so sehr, dass hier alle, auch die Kinder, Englisch reden. Das hat eine Weile gedauert, bis ich mich daran gewöhnt habe...

Hannah Grossmann