Parlamentarisches Patenschafts Programm

Hamburg-Nürtingen: Report Three

01.11.2008

Ich hab schon wieder richtig viel erlebt. Anfang Oktober war Homecoming. An Homecoming feiert man die Rückkehr des Football-Teams in die Saison. Zu Homecoming gehört aber nicht nur das Football-Spiel und der Homecoming-Dance: Die Woche vor Homecoming war eine sogenannte Spirit Week. Für jeden Tag gab es ein anderes Motto. Ein Tag war zum Beispiel Pyjama-Day und jeder kam im Schlafanzug zur Schule. Oder am Purple-and-White-Day haben wir etwas lilanes und weißes angezogen – unsere Schulfarben. Am Abend vor dem Spiel gab es ein Bonfire – ein großes Freudenfeuer wo man sich trifft und einfach ein bisschen feiert. Und am Morgen, kurz vor dem Spiel, gab es noch eine kleine Parade, die hauptsächlich aus der Marching Band der Schule bestand. Dann war das Football-Spiel (wir haben natürlich verloren :)...) und am Abend der Homecoming-Dance.

Am Wochenende danch war auch schon wieder richtig viel los. Am Samstag war ich mit AFS bei den Amischen. Die Amsichen sind eine Gruppe von Leuten die ursprünglich aus Süddeutschland und der Schweiz in die USA ausgewandert sind und bis heute keine Elektrizität und moderne Technik benutzen. Zum Beispiel fahren sie (anstatt mit dem Auto) mit einer Pferdekutsche durch die Gegend. Das heißt aber nicht, dass sie total engstirnig und eigenwillig sind, wie ich das anfangs gedacht habe: Wenn sie Hilfe brauchen etwas Schweres zu transportieren, bitten sie auch mal einen „normalen“ Amerikaner ihnen mit seinem Auto zu helfen – sie benutzen es nur nicht selbst. Und sie sind auch ganz offen für Gespräche. Das war für mich ganz interessant. Denn sie können zwar Englisch reden, sprechen aber untereinander in Amisch. Amisch ist sozusagen ein deutscher Dialekt und dem schwäbischen Dialekt ziemlich ähnlich. Ich hab ein bisschen versucht Deutsch (eher Schwäbisch, da sie Hochdeutsch nicht ganz so gut verstehen) mit ihnen zu reden. Als ich einen Amischen gefragt hab: „Can you say something in Amish?“ hat er nur das Wörtchen „something“ übersetzt: ebbes. Da hab ich mich gleich wie zu Hause gefühlt :).

Am Sonntag war ich das erste Mal bei den Niagara Fällen. Wow! Die sind ganz schön beeindruckend und schön. Dort habe ich auch gelernt, dass nicht nur die Horseshoe-Falls (der halbrunde Teil der Fälle), sondern auch die American Falls zu den Niagara Fällen gehören. Es gibt auch einige interessante Ereignisse, die dort passiert sind. Einer, der mich ganz schön beeindruckt hat, ist, dass ein siebenjähriger Junge die Fälle runtergefallen ist und nicht nur überlebt hat, sondern mit nur einigen Schrammen davongekommen ist.

Letztes Wochenende war ich mir AFS in Toronto (Kanada). Sobald wir in Kanada waren, war manches viel einfacher im Gegensatz zu den USA: Anstatt „miles“ benutzen sie „kilometers“, anstatt Fahrenheit haben sie Celcius. Außerdem haben sie auch 1$- und 2$-Münzen, was ganz praktisch ist – in den USA ist die wertvollste Münze 25 Cent wert. In Toronto haben wir ziemlich viel Sightseeing gemacht und waren unter anderem im CN Tower. Man hat einen richtig schönen Blick von dort oben. Wir waren sogar noch bei Nacht dort; es sah so schön aus die ganzen Lichter von Toronto und Umgebung bei Dunkelheit zu sehen.

Und gestern, am 31. Oktober, war Halloween. Kinder (und auch noch manche Jugendliche) gehen abends in ihren Kostümen (als Rotkäppchen, Prinzessin, Nonne, Papst, Dracula, Arzt, Pirat, Donut, Kaffetasse oder was einem sonst so einfällt...) von Haus zu Haus „Trick or Treating“. Dabei „zwingen“ sie die Hausbewohner ihnen Süßigkeiten zu geben.

Tja, die Zeit vergeht halt so schnell, wenn man Spaß hat. Aber auf diese Weise hab ich wenigstens keine Zeit Heimweh zu bekommen :).

Hannah Grossmann