Parlamentarisches Patenschafts Programm

Hamburg-Nürtingen: Report Four

30.11.2008

Wahrscheinlich muss ich gar nicht erst sagen, welches wichtige Ereignis im November stattgefunden hat: Die Präsidentenwahl am vierten November! Es war ganz interessant das alles vor Ort mitzuerleben, wie z.B. die Debatten zwischen Obama und McCain anzuschauen. Hier gibt es aber nicht diese typischen Wahlplakate mit den Kandidaten, wie bei uns in Deutschland. Wenn überhaupt, dann hat jemand ein Schild mit “Obama - Biden” oder “McCain – Palin” im Vorgarten stehen. Ich glaube, viele Leute fanden es extrem schwierig sich zu entscheiden, wen sie wählen sollen. Ich hab sogar manche sagen gehört, dass es gar nicht so viel ausmacht, wen man wählt: Entweder McCain stirbt bevor sein Term zu Ende ist, weil er schon so alt ist, oder Obama stirbt durch ein Attentat, da er ein Farbiger ist. Was ich ganz interessant fand: Mein Geschichtslehrer hat gemeint, dass die Parteien immer wechseln, wenn die Wirtschaft schlecht ist. Und was ist passiert? Die nicht-regierende Partei hat gewonnen…

Außerdem hat er etwas von “Battleground States” erzählt. Das sind die Staaten, von denen man im Vorraus nicht wirklich sagen kann, wen sie wählen. Vom Staat New York kann man z.B. sagen, dass die Demokraten gewinnen und von Texas, dass die Republikaner gewinnen. Bei der Wahl ist also die ganze Aufmerksamkeit bei den “Battleground States”, wie Florida, Ohio, Pennsylvania und Virginia. Denn je nachdem wie diese Staaten wählen, kann man schon ziemlich bald sagen, wer gewinnt. Obama und die Demokraten haben in all diesen Staaten gewonnen und – Überraschung: Obama und die Demokraten haben die gesamte Wahl gewonnen! Was aber nicht ganz so optimal ist: Die Demokraten sind jetzt fast überall in der Mehrzahl: In der Executive (logischerweise – mit Obama als Präsident), aber auch im Congress und im Senat. Aber wir werden ja sehen, wie sich das auf die Regierung auswirkt, nachdem George W. Bush (als “lame duck = lahme Ente”) abgelöst worden ist.

Die Wahl war aber nicht das einzige Besondere, das ich erlebt habe. Alle Austauschschüler, die ein Stipendium haben, gehören zu einer Cluster-Group und werden auch Cluster-Kids genannt. Und wir Cluster-Kids haben bestimmte Aufgaben zu erfüllen (wie z.B. eine bestimmte Stundenanzahl von Sozialarbeit oder Präsentationen über unser Heimatland) und wir machen auch Ausflüge um von der Kultur und Geschichte Amerikas zu lernen. Das ist echt toll, da ich auf diese Weise richtig viel sehe und erlebe Vor ein paar Wochen sind wir nach Colonial Williamsburg und Jamestown (die erste permanente Siedlung Amerikas) in Virginia gefahren (12 Stunden Hin- und 12 Stunden Rückfahrt). Das Ganze ist ein bisschen wie ein Freilichtmuseum aufgebaut. Alle Häuser und die Einrichtungen sehen aus wie im 18. Jahrhundert. Und auch die “Einwohner” (die Leute, die dort arbeiten – Führungen machen etc.) sind im Stil jener Zeit gekleidet.

Letzten Donnerstag war dann Thanksgiving – das ist ein wichtiger Feiertag. Es ist sozusagen die amerikanische Form vom Erntedank-Fest, wird aber richtig groß gefeiert. Man dankt dabei für eine gute Ernte und das Essen, das ursprünglich schon in Amerika war (Truthahn, Mais etc.), aber es ist auch Dank im Allgemeinen für Familie, Freunde, Wohlstand,… Und es ist auch ein Tag, den man zusammen mit der Familie verbringt – eines der wichtigsten Familienfeste in den USA. Morgens (während dem Frühstück) haben wir (meine Familie) die Thanksgiving-Parade in New York City angeschaut. Und mittags gab's dann richtig viel zu essen. Ein typisches Thanksgiving-Essen: Truthahn, Kartoffeln, Mais und zum Nachtisch Pumpkin-Pie (Kürbis-Kuchen).

Hannah Grossmann