Parlamentarisches Patenschafts Programm

Hamburg-Nürtingen: Report Five 

07.01.2009

Allen Lesern zuerst einmal "a happy new year" aus Hamburg,USA! Was ist so passiert im Dezember? Bestimmt fragen Sie sich, wie ich Weihnachten und Silvester verbracht habe. Meine Gastfamilie feiert Weihnachten mit polnischen Traditionen, da sie polnische Vorfahren haben. Am 4. Advent haben wir uns also bei „meinem“ Grandpa getroffen um Pierogis zu machen. Pierogis sind sozusagen Maultaschen, nur, dass sie vegetarisch sind: mit einer Kartoffel- oder Käsefüllung oder mit Sauerkraut gefüllt. Es hat viel Spaß gemacht sie zu machen – eine richtige Familienaktion. Das wird wohl eines von vielen Rezepten sein, die ich aus diesem Jahr mit nach Hause nehme. Die Pierogis gab es dann an Christmas Eve (Heiligabend) zum Abendessen zusammen mit Sour Creme (Schmand). Außerdem gab es Fisch und eine Champignon-Suppe. Später sind wir zur Midnight-Mass (Mitternachts-Messe) in die Kirche gegangen. Geschenke gibt es hier erst am nächsten Morgen, am Christmas Day. Und sie werden hier, in den USA, von Santa Clause (dem Weihnachtsmann) gebracht. Damit war Weihnachten eigentlich auch schon vorbei – hier gibt es keinen 2. Weihnachtfeiertag. Was mich persönlich aber auch gefreut hat, ist, dass an Christmas Eve und Christmas Day die meisten Läden geschlossen hatten. Sonst sind sie nämlich sieben Tage die Woche geöffnet, auch Sonntags, (womit ich mich nicht so richtig anfreunden kann) was eine Weile gedauert hat mich daran zu gewöhnen.Darauf freue ich mich schon wieder in Deutschland: Wenn Sonntag auch wirklich Sonntag ist.

Silvester haben wir zu Hause verbracht und uns einen gemütlichen Abend gemacht. Und um Mitternacht haben wir im Fernsehen den „Balldrop“ am Time Sqare in New York City angeschaut, haben auf ein Happy New Year angestoßen und uns ein gutes neues Jahr gewünscht. Die vielen Feuerwerke wie bei uns zu Hause gibt es hier nicht. Das ist Privatpersonen grundsätzlich, auch an Silvester, verboten. Das Schöne an Weihnachten und Silvester waren auch zwei Wochen Ferien, die ersten Ferien seit dem Sommer. Das hat richtig gut getan.

Im Dezember habe ich außerdem meine ersten „Snowdays“ erlebt. Es bedeutet, dass man wegen Schnee und den Straßenverhältnissen keine Schule hat: Morgens steht man dann auf, nur um zu erfahren (durch Radio und Fernsehen), dass man keine Schule hat und man gleich wieder zurück ins Bett gehen kann. Ich hoffe, dass ich im Januar und Februar auch ein paar Snowdays habe...

Außerdem haben wir Cluster-Kids als eine Aktion Kleider und Stofftiere für Obdachlose eingesammelt. Ende Dezember sind wir dann einen Tag lang zu einer Einrichtung für Obdachlose in Buffalo gegangen. Wir haben dort die gesammelten Dinge hingebracht und haben eine Führung durch das Gebäude bekommen mit ausführlichen Erklärungen, wie alles abläuft und funktioniert. Später haben wir noch ein bisschen mitgeholfen bei der Essensausgabe. Alle haben sich über die Desserts gefreut, die wir mitgebracht haben. Insgesamt war es schön eine kleine Abwechslung und Freude in den Alltag von den Obdachlosen zu bringen. Sie waren auch ganz schön beeindruckt, als wir ihnen erzählt haben, woher wir alle kommen.

Hannah Grossmann