Parlamentarisches Patenschafts Programm

Hamburg-Nürtingen: Report Six

21.02.2009

Im November hat meine Cluster-Group (meine Stipendiumsgruppe - das sind sieben Jugendliche die alle, so wie ich, ein Stipendium bekommen haben um hierher zu kommen) an einem Wettbewerb teilgenommen und haben auch tatsächlich gewonnen! Wir haben gewonnen vom 11. - 15. Februar nach Florida zu gehen. Wir wussten, dass es irgendeine Konferenz (Better Understanding for a Better World) war, wussten aber nicht so recht, was dahinter steckt (nur, dass es in Disney World ist). Dort haben wir aber gar nicht so viel Zeit in den Parks selbst verbracht, sondern hatten ein volles Programm.

Am Mittwoch sind erst einmal alle angekommen von ganz verschiedenen Staaten (auch Hawaii und Washington State) und ganz unterschiedlichen Heimatländern: Philippinen, Indonesien, Thailand, Tunesien, Ägypten, Türkei, Saudi-Arabien, Libanon, Jordanien, Georgien, Kirgistan, Tadschikistan, Ukraine, Turkmenistan, Armenien, Russland, Ghana, Serbien, Montenegro, Indien, Pakistan, Afghanistan, USA und Deutschland. Am Mittwoch-Abend haben wir haben wir uns alle ein bisschen kennengelernt und haben uns in unseren Zimmern eingerichtet und so. Ich war mit drei anderen in einem Zweier-Zimmer (d. h., die Betten waren ein bisschen eng ;) ...): Sofia aus Pakistan, Tamara aus Georgien und Anja aus der Ukraine.

Am Donnerstag hat dann das Programm angefangen. Zuerst, als Einstieg in das Programm, haben wir eine Führung durch den Epcot-Park bekommen. Der ist ein bisschen über verschiedene Länder und Kulturen. Wir haben z.B. verschieden Cola-Sorten aus verschiedenen Ländern probiert. Nachmittags gab es verschiedene Präsentationen. Manche Austauschschüler haben ihr Heimatland vorgestellt. Das war sehr interessant. Und am Meisten hat mich beeindruckt, dass sich auch spontan mehrere von einem Land zusammengetan haben. Einer hatte sich im Vorraus bereit erklärt eine zu machen, dann hat er (oder sie) aber andere aus diesem Land kennengelernt und spontan haben alle aus diesem Land (obwohl sie sich einen Tag davor noch nicht einmal gekannt hatten) zusammen ihr Land präsentiert.

Aber wir haben auch andere Präsentationen (bzw. Reden) bekommen, in denen die Veranstalter uns klar gemacht haben, worum es ihnen in dieser Konferenz geht und ein bisschen was sie erreichen wollen: Besseres Verständis zwischen verschiedenen Ländern, Kulturen, Religionen,... Und auch, was wir tun können um dieses Verständis "nach Hause" zu bringen, zu anderen Menschen zu bringen und versuchen mehr Frieden zu schaffen.In einer Präsentation ging es z. B. um unsere vielfältigen Ansichten und Interpretationen von unterschiedlichen Begriffen. Wir haben (zuerst jeder für sich persönlich) diese Fragen beantwortet:

Who are you? What is "believe"? What is perception? What are the priority issues in the world? What is leadership? What is future? What is my role in the future and in the world? /

Danach haben einige ihre Definition vorgelesen. Sie waren alle total unterschiedlich und von total verschiedenen Perspektiven, aber immer noch alle richtig. Das war ganz schön beeindruckend und auch intensiv. Danach sind wir in kleinere Gruppen aufgeteilt worden und haben über verschiedene Fragen diskutiert. Da ging es mehr darum, wie wir die Welt verändern können. Manche haben auch ein bisschen von der Situtation und den Probelemen ihres Landes erzählt und was sie gerne ändern würden. Und wir konnten auch Fragen stellen und einfach ein bisschen hin- und her reden. Das ist in kleineren Gruppen einfach viel einfacher als in der ganzen Gruppe (ich glaub, wir waren 64 im Ganzen). Am Abend haben wir dann noch Zeit bekommen ein bisschen im Park rumzulaufen und ein paar (Achterbahn- usw.)Fahrten machen. Dann sind wir zu unserem Hotel zurückgegangen, haben noch eine Weile reden und rumhängen können (mussten aber am nächsten Morgen schon wieder um 6.30 Uhr aufstehen).

Am Freitag haben wir uns intensiv mit verschiedenen Religionen beschäftigt: Zuerst sind wir zu einer Synagoge gefahren und der dortige Rabbi hat uns vom Judentum erzählt und Fragen beantwortet. Danach sind wir zu einer Moschee gefahren und haben ein Präsentation über den Islam vom dortigen Imam bekommen und konnten wieder Fragen stellen. Und danach sind wir zu einer Kirche gefahren und haben eine Vorstellung des Christentums bekommen. Und nach den verschiedenen "Berichten" sind alle drei (der Rabbi, der Imam und die Christen) zusammen gekommen und wir konnten Fragen an alle drei stellen (ein bisschen wie in einer Talkshow). Das war richtig interessant! Am Abend haben wir dann wieder ein bisschen Zeit bekommen um in einem Walt Disney Park zu verbringen und einfach zusammen zu sitzen und zu reden.

Am Samstagvormittag haben wir dann etwas länger Zeit bekommen um in einem (nochmal anderen) Disney Park rumzulaufen. Am Samstagabend (das war schon unser letzter Abend zusammen) gab es dann ein Bankett mit Essen aus Italien, Latein-Amerika und Asien (wahrscheinlich China). Im Vorraus haben sie schon gemeint, dass man die traditionelle Kleidung aus seinem Land tragen kann, wenn man sie besitzt - das haben dann auch viele gemacht. Sah richtig schön aus. Am Samstagabend mussten wir dann leider auch schon anfangen uns zu verabschieden. Das war traurig, weil wir ja wussten, dass wir uns höchstwahrscheinlich nie wieder sehn (zumindest nicht alle - ein paar wenige kann man ja mal besuchen). Das war schon komisch. Von außen könnte man meinen „Nach drei Tagen, was ist das schon?“ Aber wir haben uns in diesen drei Tagen einfach supergut verstanden (und damit mein ich, dass sich jeder mit jedem supergut verstanden hat!) und sind voll zusammengewachsen. Das hat gut getan eine so tolle Gruppe zu sein, obwohl wir uns ja erst kennengelernt hatten. Es war halt alles sehr intensiv - da haben sich schon einige richtig gute Verbindungen entwickelt. Und ich kann von ganzem Herzen sagen, dass ich jetzt Freunde über der ganzen Erde verstreut hab! Das wird dann halt doch nochmal ein anderes Gefühl sein, wenn man etwas von diesem oder jenen bestimmten Land in den Nachrichten hört oder sieht. Ich bin so dankbar und so froh, dass ich diese einmalige Chance gehabt hab, das alles zu erleben!

Falls Sie im Internet auf der Website noch mehr nachlesen wollen: Da müssten bald ein paar Bilder und ein ausführlicher Bericht (auf Englisch) sein unter http://cecf-net.org/oder der Bericht unter http://cecf-net.org/activities/.

Hannah Grossmann