Parlamentarisches Patenschafts Programm

Hamburg-Nürtingen: Report Eight

05.06.2009

Über das Memorialday -Wochenende haben wir uns auf den Weg nach New York City gemacht. Wir, das ist wieder meine Cluster-Group. Wir sind in einem Minibus hingefahren, das dauert etwa acht Stunden – fast als würde man Deutschland von Norden nach Süden durchqueren. Unsere Betreuerin, Carol, hat, wie schon so oft, ihr Bestes gegeben um uns eine schöne und sehr kostengünstige Reise zusammenzustellen.

Erfreulicherweise konnten wir bei anderen Austauschschülern und deren Familien übernachten, die dort wohnen. Das hat uns schon einige Hotelkosten erspart. Als ich dann im Auto dieser Gastfamilie saß auf dem Weg zu meinem Nachtquartier, habe ich dann doch einmal gefragt, wo sie wohnen. Die Antwort war dann: „In Manhatten – ganz in der Nähe vom Lincoln Center.“ Wow! Das hat mich dann doch ziemlich überrascht! Ich habe also für diese drei Tage in einem schmalen, hohen Haus mit fünf Stockwerken gewohnt, mitten in Manhatten. Das Erste, das ich am nächsten Morgen gesehen habe, als ich aufgewacht bin und meinen Kopf zum Fenster gedreht habe, waren Hochhäuser. Da habe ich dann richtig bemerkt, wo genau ich war.

Am ersten Tag sind wir zum Rockefeller Center gegangen. In einem Aufzug fährt man ganz nach oben und hat dort einen wundervollen Blick auf die Großstadt – rundherum. (Es ist aber nicht empfehlenswert, wenn man Höhenangst hat...) Als nächstes sind wir im Central Park Fahrradfahren gegangen. Es gibt einige Stellen an denen man Fahrräder für eine bestimmte Zeit lang mieten kann. Später sind wir zum Tenement Museum gegangen.Das ist ein Museum über Einwanderer in die USA nach New York, etwa im 19. Jahrhundert und Anfange des 20. Jahrhunderts. Tenements sind (Hoch)Häuser mit vielen kleinen Wohnungen – etwa so groß wie eine Ein-Zimmer-Wohnung: Es gibt ein Schlaf- bzw. Wohnzimmer, eine Küche und einen kleinen Abstellraum. Es gab dort am Anfang aber kein fließendes Wasser und Toiletten waren (für das ganze Haus) im Hinterhof. Meistens haben ganze Familien in einer Wohnung gewont (mit vielen Kindern). In diesem Museum erfährt man also über die Lebensbedingungen dieser Leute etc. und auch aus welchen Gründen sie in die USA eingewandert sind. Später (zum Abendessen) sind wir nach Chinatown gegangen und danach hatten wir noch einige Zeit in Time Square.

In NY wurde unser Programm von einer dortigen AFS-Mitarbeiterin geplant, so dass wir uns um gar nichts selbst zu kümmern braucheten. Alles war super organisiert.

Am zweiten Tag sind wir zu der Statue of Liberty (Freiheitsstatue) gegangen. Wir waren eine ganze Weile dort, da man auch in die Statue hineingehen kann. Innen gibt es ein kleines Museum über die Statue. Man kann z.B. erfahren, wie sie gebaut wurde, dass sie ein Geschenk von Frankreich an die USA war, dass der Architekt der Statue derselbe ist, der auch den Eiffelturm in Paris gebaut hat. Weiter oben gibt es eine Plattform von der aus man einen schönen Blick auf Manhatten und Staten Island hat. Später sind wir dann noch einmal um Statue herumgelaufen. Dann ging es wieder aufs Festland. Vom Schiff aus konnte man auch ganz schön Ellis Island sehen, „The Gateway to the USA“. Früher war es eine Einreisebehörde durch die alle Einwanderer durchkommen mussten, bevor sie die USA betreten durften. Danach sind wir dann noch über die Brooklyn Bridge gelaufen – die ist richtig lang und hat eine ganz schöne Struktur. Abends sind wir noch nach Coney Island gegangen und sind am Strand des Atlantiks herumspaziert.

Am dritten Tag sind wir morgens zu einem Gottesdienst in der Abyssinian Church in Harlem gegangen. Das ist eine (hauptsächlich) afro-amerikanische Gemeinde, die ganz bekannt für ihren Gospel-Chor ist. Nachmittags haben wir dann noch eine zweistündige Schiffsfahrt um Manhatten herum gemacht und vom Schiff aus die Stadt in einer noch einmal ganz anderen Perpektive gesehn.

Die tolle Aussicht vom Rockefeller Center hat mir am Besten gefallen. Und auch sonst fand es einfach schön in der Stadt herumzulaufen und die Stadt selbst, die Gebäude und andere Bauwerke, zu sehn. Es ist eine ganz vielfältige Stadt: alte und neue Gebäude und Bauwerke, Menschen von den verschiedensten Ländern, Wohngebiete, Einkaufszentren und auch Parks, mehr heruntergekommene Stadtteile mit ärmeren Einwohnern und moderne Stadtteile mit wohlhabenderen Einwohnern. Es ist einfach total interessant mit offenen Augen auch mal das „alltägliche“ Stadtleben mal anzuschauen und sich nicht nur auf die Sehenswürdigkeiten selbst zu konzentrieren.

Am nächsten Tag ging es dann schon wieder zurück nach Hamburg. Ich kann kaum glauben, wie schnell die Zeit vergeht: In etwa einem Monat bin ich schon wieder daheim in Deutschland...

Hannah Grossmann