Pressemitteilung

Arnold: jetzt mehr Chancen im Handwerk

Meisterzwang für 53 Branchen abgeschafft

NÜRTINGEN(vhas). Regierung, Oppositon und Verbände haben lange um die Reform der Handwerksordnung (HwO) gerungen. Seit 1. Januar 2004 ist die so genannte kleine und große Novelle der HwO nun in Kraft. Der Meisterbrief bleibt danach ein Qualitätssiegel, wird aber nicht länger alleinige Voraussetzung sein, einen Handwerksbetrieb führen zu können. Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold versicherte, durch die Reform würden Existenzgründungen erleichtert und gleichzeitig Schwarzarbeit erfolgreich bekämpft.

Eine gründliche Überholung der alten Handwerksordnung sei laut Rainer Arnold schon deshalb zwingend notwendig gewesen, um das deutsche Handwerksrecht europatauglich zu machen. Die Reform wertet er als großen Schritt in Richtung Liberalisierung, die für mehr Berufsfreiheit, mehr Wettbewerb und mehr Chancen im Handwerk sorgen werden.

An zwei wesentlichen Stellschrauben wurde das alte Handwerksrecht geändert: Die kleine Novelle erlaubt künftig Dienstleistungen einfacher handwerklicher Leistungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, im Bereich der Handwerke mit Meisterzwang. "Dadurch wird ein Markt geschaffen, der bislang durch Schwarzarbeit und Eigenarbeit abgedeckt wurde", sagte Arnold. Der Abgeordnete sieht darin Chancen für mehr Umsatz und Beschäftigung. Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit würden so deutlich erleichtert.

Die große Novelle lockert den strikten Meisterzwang auf. Bei 53 Handwerken ist der Meisterzwang abgeschafft worden. Fotografen, Raumausstatter oder Fliesenleger zum Beispiel können nun auch ohne Meisterbrief Handwerksbetrieb werden. Der Meisterbrief bleibt aber als freiwilliges Qualitätssiegel bestehen. 41 Handwerksbranchen, darunter unter anderen Zimmerer, Maler oder Klempner, ausgewählt nach Gefahrengeneigtheit und Ausbildungsleistung, stehen auch weiterhin unter dem Meistervorbehalt. Gesellen haben hier nur dann die Möglichkeit ohne Meisterbrief sich selbstständig zu machen, wenn sie sechs Jahre Berufserfahrung und davon vier Jahre in leitender Position vorweisen können.

Die große Novelle hebt zusätzlich das Inhaberprinzip auf, dass heißt der Inhaber eines Handwerkbetriebes muss nicht länger selbst die handwerkliche Qualifikation besitzen. Existenzgründer werden fortan von den Beiträgen an die Handwerkskammer befreit beziehungsweise entlastet.

Besonders die Lockerung des Meisterzwangs hatte im Vorfeld zu Kritik und Protesten an der Reform geführt. Rainer Arnold bekräftigte dagegen die neu geschaffenen Chancen: "Die Ausbildung im Handwerk werde jetzt attraktiver, weil den jungen Menschen nun mehr Möglichkeiten offen stehen", sagte er. Zudem würde der Meisterzwang auch nach der Reform für fast 90 Prozent aller Betriebe und für gut 80 Prozent aller Beschäftigten weiterhin gelten. Und nicht zu letzt, so Arnold, nutze die Handwerksreform den Kunden, die jetzt mit einem breiteren Angebot an handwerklichen Leistungen zu bezahlbaren Preisen rechnen könnten.

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