Pressemitteilung

Besuchergruppe mit Rainer Arnold MdB im Atomkeller in Haigerloch

Arnold: „Ein Ort, der zum Nachdenken anregen muss“

Der Ort des Geschehens liegt tief im Felsen, über dem die Haigerlocher Kirche thront. Dort im Gestein fanden 1945 die letzten Versuche der Nationalsozialisten statt, eine nukleare Kettenreaktion herbeizuführen. Dieser geschichtsträchtige Ort in unserer Region war das Ziel des Sommerprogramms der SPD Wolfschlugen, der SPD AG60Plus Kreis Esslingen und des Bundestagsabgeordneten und verteidigungspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion Rainer Arnold.

50 Bürgerinnen und Bürger hatten sich zum Ausflug angemeldet und besichtigten den Felsenkeller, in dessen Zentrum ein großer Nachbau der Kernreaktor-Versuchsanlage steht. Bei der interessanten Führung wurde den Besuchern eindrücklich die Geschichte der Forschungsgruppe um Werner Heisenberg näher gebracht und kritisch beleuchtet. Kaum auszudenken sei es, was passiert wäre, wenn die Versuche weiter gegangen wären und das nationalsozialistische Unrechtsregime nukleare Kapazitäten entwickelt hätte, sagte Arnold. „Deswegen sollte uns die Geschichte hier anregen, über den heutigen Stand von Abrüstung und Rüstung nachzudenken“, so der Abgeordnete. In seinem anschließenden Vortrag ging Arnold auf historische und aktuelle Bemühungen zur nuklearen Abrüstung und Kontrolle ein, betonte aber auch, dass diese in größerem Zusammenhang zu sehen seien. Gerade die Digitalisierung schaffe neue Möglichkeiten, zum Beispiel im Cyber-Raum oder mit vollautomatischen Systemen, die Regulierung und Kontrolle benötigen. „Es muss über neue Initiativen bei internationalen Kontroll- und Abrüstungsinitiativen gesprochen werden, denn in den letzten 20 Jahren stand hatte dieses Thema nicht den wichtigen Stellenwert, den es verdient“. Arnold warnte davor, nach einfachen Antworten zu suchen und die Welt nur schwarz-weiß zu sehen. Auf die heutigen Herausforderungen und Probleme gäbe es nur komplexe Antworten.

Bei der lebhaften und interessanten Diskussion gab es zum Abschluss auch Gelegenheit für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihre Eindrücke zu schildern und fragen zu stellen. Vornehmlich ging es um die aktuelle Situation in der Türkei und in Syrien sowie das Verhältnis zu Russland. Nach einer gemeinsamen Einkehr ging es zurück nach Wolfschlugen und Esslingen. „Ich freue mich, dass so viele Interessierte dem Angebot der SPD-Wolfschlugen und der AG60Plus Esslingen gefolgt sind. Es ist mir immer wichtig, Geschichte mit aktueller Politik zu verbinden“, betonte Arnold abschließend.  

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