Pressemitteilung

Bewusstsein für posttraumatische Belastungsstörungen von Soldaten muss steigen

Mehr Bewusstsein für die Probleme von posttraumatischen Belastungsstörungen schaffen

Zu der Experpertenanhörung der Arbeitsgruppe Sicherheits- und Verteidigungspolitik zum Thema: „Die Behandlung von Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen“erklärt der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestags­fraktion, Rainer Arnold, die zuständige Berichterstatterin, Petra Heß und der zuständige Berichterstatter, Jörn Thießen :

Die Arbeitsgruppe Sicherheits- und Verteidigungspolitik der SPD-Bundestagsfraktion hat heute unter ihrem Vorsitzenden Rainer Arnold und den zuständigen Berichterstattern Jörn Thießen und Petra Heß eine Expertenanhörung zum Thema „Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) in der Bundeswehr“ durchgeführt. Nach Aussage des Bundesministeriums der Verteidigung sind bislang 700 Soldaten auf PTBS nach Einsätzen behandelt worden - das sind weniger als 1 %. Nach Einschätzung aller angehörten Fachleute ist allerdings gerade bei Berufssoldaten die Dunkelziffer hoch, weil diese die Stigmatisierung im Beruf befürchten.

Die Gesprächsrunde, an der auch der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe teilnahm, ergab, dass die Belastungen durch PTBS durch die vermehrten Auslandseinsätze der Bundeswehr zunehmen. Die bisherigen Kapazitäten der Bundeswehr reichen bislang noch aus. Es ist aber zu prüfen, ob in Zukunft für diese Patientengruppe mehrere zentrale Einrichtungen geschaffen werden müssen. Mit dieser Frage werden sich die Verteidigungspolitiker der SPD-Bundestagsfraktion in den kommenden Wochen intensiv beschäftigen. Dabei ist klar, dass die Bundeswehr über hervorragend ausgebildetes medizinisches Personal verfügt, das auch spezielle Therapieangebote hat. Da weniger die Behandlung von klassischen Verletzungen betroffen sind (wie Verwundungen nach Sprengeinsätzen) als vielmehr traumatische Erkrankungen, die oft erst nach Jahren auftreten, müssen dies auch Soldaten in Anspruch nehmen können, die aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind. Zudem müssen die Betreuungsangebote einfach und unbürokratisch die Betroffenen erreichen.

Die Arbeitsgruppe Sicherheits- und Verteidigungspolitik wird deshalb eine Evaluierung der Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen und die Intensivierung der Grundlagenforschung in diesem Bereich. Wichtig ist vor allem, ein verschärftes Bewusstsein für das Krankheitsbild PTBS zu schaffen. Ein Soldat, der furchtbare Ereignisse aus dem Einsatz nicht verarbeiten kann, ist kein Schwächling. Hierfür sensibel zu werden ist eine Aufgabe, auch für die Innere Führung.

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