Pressemitteilung

Bildung ist der Schlüssel zum Integrationserfolg' Rainer Arnold zu Besuch beim Verein BIL-Teck in Kirchheim

KIRCHHEIM (pm). Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland längst Teil der Gesellschaft – richtig integriert sind jedoch nur wenige. Und so kommt es, dass viele Migranten schlechter gestellt sind. „Das fängt schon in der Schule an und setzt sich im Berufsleben fort“, sagte der Nürtinger Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold (SPD) bei einer Versammlung des Vereins BIL-Teck in Kirchheim. Arnold warb für mehr Chancengleichheit und gegenseitige Anerkennung und setzt auf „Integration durch Bildung.“

Schon heute hat jedes dritte Kind unter fünf Jahren in Deutschland zumindest einen Elternteil mit Migrationsgeschichte. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, da ist sich Rainer Arnold sicher, und damit werde die Aufgabe zu einer gemeinsamen Identität für Einheimische und Zugewanderte zu finden immer wichtiger. Für Arnold ist klar, eine Gesellschaft, die verschiedene Kulturen vereint, stelle eine Bereicherung dar und biete Potenziale, dafür brauche es gegenseitige Anerkennung und Chancengleichheit.

Doch die einschlägigen Statistiken zeigen, dass zumindest Chancengleichheit nicht gegeben ist. „Nicht erst seit Pisa wissen wir, Migrationskinder weisen schlechtere schulische Leistungen auf, sind auf Gymnasien unterrepräsentiert und haben überdurchschnittlich keinen Schul- oder Berufsabschluss“, so Arnold. Gegenseitige Anerkennung und eine gemeinsame Identität könne so aber nicht funktionieren. Voraussetzung für ein solches „Wir-Gefühl“ sei materielle Integration und damit soziale und wirtschaftliche Perspektiven. Der Schlüssel zum Integrationserfolg liegt für Arnold denn auch in der Bildung und einem gleichberechtigten Zugang dazu.

Das dies bis heute noch nicht gelungen sei, dafür sieht Arnold mehrere Gründe: Die sprachliche Förderung sei eine Grundvoraussetzung. Damit Kinder nicht mit Sprachdefiziten eingeschult werden, müsse rechtzeitig vor der Einschulung die Sprachkompetenz überprüft und wenn nötig gute Sprachförderung angeboten werden.Die frühe Trennung der Bildungswege ist für Arnold ein weiterer wichtiger Aspekt. Eine spätere Schullaufbahnentscheidung verschaffe mehr Zeit für Fördermöglichkeiten und komme gerade Kinder mit schlechteren Startbedingungen zugute. Ferner biete unser System der Halbtagsschulen keine ausreichenden Möglichkeiten Leistungsdefizite auszugleichen. Anders Ganztagsschulen. Sie böten den zeitlichen Rahmen für mehr individuelle Förderung und überlassen Schüler, die zu Hause nicht gefördert würden, nicht sich selbst. Dies setzt allerdings, anders als von der baden-württembergischen Regierung praktiziert, Ganztagsschulen mit durchgängigem und schlüssigen pädagogischen Konzept und Personal voraus.

Rainer Arnold ist sich im Klaren, dass Staat und Gesellschaft nicht alle Defizite auffangen könnte. „Gute Bildung setzt auch familiäre Unterstützung voraus“, sagte er. So begrüßte er die Bemühungen des Vereins BIL-Teck, nicht nur Nachhilfe für Kinder sondern auch Unterstützung für die Eltern anzubieten. BIL-Teck steht für Bildungsstadt-Teck e.V. Der Kirchheimer Verein hat sich zum Ziel gesetzt, interkulturellen Austausch zu fördern, multikulturelle Erziehung zu verwirklichen und sich für mehr Bildung einzusetzen. Ein Mangel an Bildung sieht der Verein als Ursache vieler gesellschaftlicher und sozialer Probleme und will hier gegensteuern. Rainer Arnold lobte das Engagement des Vereins. „Sie setzen an den richtigen Hebeln an“, sagte er und widersprach den jüngsten Äußerungen Thilo Sarrazin über den angeblich vorherrschenden Unwillen zur Integration. „Ihr Verein ist der lebende Beweis dafür, dass Sarrazin sich mit seinen pauschalisierenden Äußerungen gewaltig irrt.“, so Arnold.

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