Pressemitteilung

Chancen aufzeigen, wenn die Bundeswehr geht

Fachochschule Nürtingen hilft bei neuen Nutzungskonzepten nach Standortschließungen

MdB Arnold stellt Kontakt zu den betroffenen Gemeinden her

NÜRTINGEN(vhas). Auslandseinsätze und internationale Verpflichtungen stellen die Bundeswehr vor neue Aufgaben, wofür die bisherigen Strukturen der Truppe nicht ausgerichtet sind. Das neue Standortkonzept trägt diesen Aufgaben nun Rechnung. Zum Leidwesen mancher Standortkommunen. Denn die Bundeswehr benötigt heute weit weniger Kasernen und Übungsplätze und schließt Standorte. Mit der Bundeswehr geht für die betroffenen Kommunen auch ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Dass in der Konversion aber auch Chancen für die Städte und Gemeinden liegen, bleibt nach Meinung von Experten der Fachhochschule Nürtingen, bislang weitgehend unberücksichtigt. Mit Unterstützung des Verteidigungsexperten und Nürtinger Bundestagsabgeordneten Rainer Arnold (SPD) wollen sie im Rahmen von Studienprojekten alternative Konzepte aufzeigen.

In Horb, Külsheim, Tauberbischofsheim und ??? schließt die Bundeswehr in Baden-Württemberg ihre Pforten. So sieht es das neue Standortkonzept der Bundeswehr vor, das Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) im vergangenen November präsentiert hatte. Die vier Städte müssen –zumal in ländlicher Region gelegen - einen empfindlichen Verlust Ihrer Wirtschaftskraft hinnehmen. Der Verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Nürtinger Bundestagsabgeordnete, Rainer Arnold, sprach noch im letzten Dezember mit den betroffenen Bürgmeistern und Standortkommandeuren vor Ort. Hoffnungen auf Erhalt der Standorte konnte und wollte der Verteidigungspolitiker dabei nicht machen. Vielmehr empfahl er den Kommunen nun frühzeitig in Zusammenarbeit mit Bund und Land nach Alternativkonzepten zu schauen.

Unterstützung bietet dabei nun die Fachhochschule Nürtingen. Das Institut für Stadt- und Regionalentwicklung der FH will Standortgemeinden im Rahmen von Studienprojekten ihre Hilfe auf der Suche nach neuen Nutzungsmöglichkeiten beisteuern. In einem ersten Gespräch mit den Institutsmitarbeitern Prof. Dr. Alfred Ruther-Mehlis und Michael Weber sagte Arnold zu, den Kontakt mit den betroffenen Städten in Baden-Württemberg herzustellen. Der Bundestagsabgeordnete werde die Kommunen in den nächsten Tagen anschreiben, um die Akteure zusammenzubringen und Brücken zu bauen, wie er sagt.

Das Angebot, das die FH den Kommunen macht, ist vielseitig. Bestandserhebungen und Potenzialanalysen sowie städtebauliche, wirtschaftliche und ökologische Machbarkeitsstudien könnten in Projekten im Studiengang Stadtplanung ausgearbeitet werden. Denkbar sei, sagt der Studiengangleiter Ruther-Mehlis, den Semesterarbeiten Folgeprojekte zur Vertiefung anzuschließen. Auch als Moderator bei Interessenskonflikten könnte die FH ihre Erfahrungen für die Kommunen einbringen. Gerade finanzschwache und kleinere Gemeinden könnten, so sehen es die Stadtplanungsexperten der FH, mit den studentischen Arbeiten hilfreiche Diskussionsbeiträge und konkrete Anregungen erhalten, die aus eigener Kraft nicht machbar wären.

Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold nimmt jedenfalls die ausgestreckte Hand der Fachhochschule gerne an. Die FH kann dort den betroffenen Kommunen den Blick auf die Chancen eröffnen, wo bislang vorwiegend nur die Nachteile die Diskussion bestimmten, sagte er. Zudem würden die Städte und Kommunen konkret entwickelte Konzepte erhalten ohne finanziellen Aufwand übernehmen zu müssen. Arnold verspricht sich von einer solchen Kooperation für die Kommunen kreative Lösungswege, die quer gedacht aber realistisch seien. Den Studierenden dagegen eröffne sich die Chance, an realen Problemen und Fragestellungen zu arbeiten.

Der Verteidigungsexperte Rainer Arnold ist sich sicher, dass die Fachhochschule in der meist negativ geführten Diskussion um die Zukunft von Konversionsflächen einen wichtigen positiven Impuls gegeben hat. Ich nehme die Idee gerne auf und werde mithelfen, dass es nicht bloß bei einer Idee bleibt , versprach er.

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