Pressemitteilung

Das Jobcenter Nürtingen hat Arbeit erfolgreich aufgenommen

Ein-Euro-Jobs werden positiv aufgenommen 

NÜRTINGEN (pm). Die Arbeitsmarktreform Hartz IV war ein politischer Kraftakt. Doch während mit Inkrafttreten der Reform im Januar das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen war, stand den neu gegründeten Jobcentern, die für die Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II) zuständig sind, die eigentliche Mammutaufgabe erst noch bevor. Beinahe aus dem Stand mussten die Jobcenter gleichzeitig die Anträge auf ALG II bearbeiten, ihre Mitarbeiter schulen und die Arbeitsvermittlung forcieren. Das Jobcenter Nürtingen steht nach den ersten 100 Tagen dennoch gut da und hat seine Arbeit erfolgreich aufgenommen, wie Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold und Landtagsabgeordneter Nils Schmid (beide SPD) sich bei einem Besuch kürzlich überzeugen konnten.„In allen drei Jobcentern im Wahlkreis ist man gut gestartet. Die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis, den Kommunen und innerhalb der Agentur hat sich bewährt“, sagte Arnold.

Seit Januar 2005 haben erwerbsfähige Sozialhilfe- und ehemals Arbeitslosenhilfeempfänger mit dem Jobcenter eine neue zentrale Anlaufstelle für finanzielle Leistungen zum Unterhalt, für Beratung und Vermittlung. Das Jobcenter, eine Arbeitsgemeinschaft der Arbeitsagentur und des Landkreises, macht damit das Aufsuchen mehrer Ämter überflüssig. Obwohl Arbeitsagentur und Jobcenter unterschiedliche Einrichtungen sind, bleibt eine enge Verzahnung bestehen, was auch die räumliche Nähe unter einem Dach unterstreicht. Getrennt werde nur bei den Leistungen, das heißt, ob Arbeitslosengeld I oder II gezahlt werde, sagte Arbeitsagenturleiter Harald Oßwald. Bei der Besetzung von Stellen oder der Vergabe von Qualifizierungsmaßnahmen sei es egal, ob der Arbeitslose beim Jobcenter oder in der Agentur geführt werde.

Als das Jobcenter seine Arbeit aufnahm, standen vor allem die Mitarbeiterschulung und eine schnelle Bearbeitung der Anträge auf Arbeitslosengeld II an erster Stelle, um schnellstmöglich den Hilfebedürftigen die finanzielle Unterstützung zum Lebensunterhalt gewähren zu können. Die aktive Arbeitsmarktätigkeit folgte danach. Nicht zu letzt deshalb entstand in der Öffentlichkeit der falsche Eindruck, die Vermittlung sei durch Hartz IV sogar schlechter geworden. Armin Rieger, Leiter des Jobcenters in Nürtingen, betonte gegenüber Rainer Arnold und Nils Schmid denn auch, dass die Schulung und Einarbeitung Zeit gebraucht habe, sie aber nun einigermaßen gut aufgestellt seien. Allerdings finde auch die beste Vermittlung ihre Grenzen wenn Stellen auf dem Arbeitsmarkt einfach fehlen.

Dennoch werde sich intensiv um die Vermittlung besonders von jungen Arbeitslosen bis 25 Jahre gekümmert. Ein Angebot für jeden Jugendlichen sei nach Ansicht des Agenturleiters Oßwald machbar. Dabei spielen auch die geförderten Arbeitsgelegenheiten, die so genannten Ein-Euro-Jobs, eine wichtige Rolle. Die Ein-Euro-Jobs würden von den Betroffenen „sehr geschätzt und die 150 Euro Mehrverdienst gerne angenommen.“ Arnold sieht hier noch Möglichkeiten im bürgerschaftlichen Engagement, bei Betreuungsarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten weitere Einstiege zurück ins Berufsleben zu schaffen. Schmid ergänzte, dass auch für Menschen die keine Chancen mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, langfristige Perspektiven geschaffen werden müssten.

Handlungsbedarf sieht Oßwald noch bei den Hinzuverdienstmöglichkeiten.„Die Anreize müssen größer werden.“ Arnold sieht hier Spielraum, erinnterte aber auch daran, dass höhere Zuverdienstmöglichkeiten geplant aber an der CDU gescheitert waren. Auch habe die Erfahrung gezeigt, so Rieger, dass die Regelsätze für Wohnraum hier im Ballungsraum Stuttgart zu niedrig seien. Arnold pflichtete bei hier zu einer vernünftigen Regelung zu kommen. „Wegen überschaubar höheren Mietkosten einen Umzug einzufordern, wäre unsinnig.“

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