Pressemitteilung

Die Kleinkindbetreuung kommt auch im Wahlkreis voran

- auch kleine Gemeinden bieten Plätze für unter 3-Jährige an

- bundesweit starker Anstieg

NÜRTINGEN(pm). Das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren steigt. Das geht aus dem ersten Zwischenbericht der Bundesregierung zum Stand der Kindertagesbetreuung hervor. In Westdeutschland, wo der Bedarf besonders groß sei, hat sich das Angebot nahezu verdoppelt. Im Wahlkreis Nürtingen steigen mittlerweile auch kleine Gemeinden in die Betreuung der Kleinsten ein und bieten Plätze an. Die Weichen dafür wurden 2004 noch von der alten rot-grünen Regierung gestellt. Das Tagesbetreuungsausbaugesetz schreibt bis 2010 einen bedarfsgerechten Ausbau der Kleinkindbetreuung vor.

Mit dem Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) habe die SPD-geführte Bundesregierung im Jahr 2004 die Grundlage dafür geschaffen, dass das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren in Deutschland auf europäisches Niveau angehoben werde, sagte Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold (SPD). „Das ist gut für die Kinder, weil sie früh gefördert werden. Davon profitieren die Eltern, weil sie Beruf und Familie besser vereinbaren können.“

Der Ausbau der Kinderbetreuung sei auch ein Standort- und Wettbewerbsvorteil für Unternehmen, weil gut qualifizierte Frauen früher in den Beruf zurückkehrten, so Arnold. Davon profitiere die ganze Gesellschaft, da jungen Paaren die Entscheidung für Kinder erleichtert werde.

Der nun vorgestellte Zwischenbericht zeige, dass das Ziel eines bedarfsgerechten Ausbaus bis zum Jahr 2010 realistisch sei:„Bereits im Jahr 2005 hat sich die „Platz-Kind-Relation“ in den alten Bundesländern, die der Ausbaubedarf insbesondere betrifft, mit 13,7 % fast verdoppelt. Bis 2010 soll sie dort vervierfacht werden“,sagte Arnold.

Der Bund habe einen Impuls für mehr Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland gegeben. Und viele Länder und Kommunen seien erfreulicherweise diesem Impuls gefolgt. Auch im Wahlkreis Nürtingen hat sich in Sachen Kinderbetreuung im letzten Jahr einiges getan. Zahlreiche Kommunen haben bereits einen entsprechenden Gemeinderatsbeschluss gefasst. Die großen Kreisstädte, die bereits bisher schon einige wenige Betreuungsplätze in städtischen oder privaten Einrichtungen angeboten hatten, wollen die Betreuungsplätze weiter ausbauen. Filderstadt hat sein selbst gesetztes Ziel in jedem Stadtteil ein Betreuungsangebot zu schaffen bereits fast erreicht. Nürtingen und Leinfelden-Echterdingen planen neben dem Ausbau bestehender Einrichtungen auch mit finanzieller Unterstützung des Tageselternvereins die Betreuungssituation zusätzlich zu verbessern.

Doch nicht nur in den großen Kreisstädten können berufstätige Eltern mit neuen Betreuungsangeboten rechnen. Das Tagesbetreuungsausbaugesetz des Bundes hat das Thema praktisch jedem Gemeinderat auf die Agenda gesetzt. Großbettlingen hat beispielsweise bereits zwei Kleinkindgruppen eingerichtet. Dettingen und Oberboihingen bieten seit dem Kindergartenjahr 2005/06 einzelne Plätze an. In Bempflingen, Notzingen, Waldenbuch und Unterensingen werden nach den Sommerferien beziehungsweise zum Jahreswechsel die ersten unter 3-Jährigen in den Kindergarten gehen.

Die Kommunen nehmen Kinder meist ab zwei Jahren auf. Da die Kinderzahlen vielerorts rückläufig sind, können die Kleinkindplätze größtenteils ohne zusätzliches Betreuungspersonal realisiert werden.

Die Situation vor Ort zeige ebenso wie der Zwischenbericht, sagte Arnold, dass es zwischen den Kommunen nach wie vor große Unterschiede gebe, in denen sich politische Entscheidungen vor Ort widerspiegeln. Der flächendeckende Einstieg in die Kleinkindbetreuung sei auch hier im Wahlkreis geschafft, wobei natürlich das jeweilige kommunale Gefüge mit unterschiedlichen Modellen zu berücksichtigen sei, sagte der Bundestagsabgeordnete. Dennoch bedürfe es weiterer Kraftanstrengungen für mehr Kinderbetreuungsplätze vor Ort. Andernfalls bleibe es bei der im Koalitionsvertrag vereinbarten Ausweitung des Rechtsanspruchs auf einen Kinderbetreuungsplatz für alle Kinder ab dem zweiten Lebensjahr, kündigte er an.

Mit der Einführung des Elterngeldes im nächsten Jahr, das bis zu einer Obergrenze zwei Drittel des letzten Nettoeinkommens entspreche und maximal 14 Monate gezahlt werde, werde der Ausbau der Betreuungsplätze sinnvoll ergänzt, da die meisten Eltern in den ersten Monaten ihres Kindes sich lieber finanzielle Unterstützung als einen Betreuungsplatz wünschten. Arnold: „Das Elterngeld und eine gesicherte Betreuung ab zwei Jahren wäre eine große Chance für Familien Kinder und Beruf tatsächlich miteinander vereinbaren zu können.“

Zurück