Pressemitteilung

Erneuerbare Energien können Atomstrom ersetzen

Rainer Arnold (SPD) mahnt, am Atomausstieg nicht zu rütteln

NÜRTINGEN(pm). Strom aus erneuerbaren Energien kann unter den heutigen Rahmenbedingungen bereits 2020 zu einem Viertel zur Stromversorgung in Deutschland beitragen. Die Kosten blieben vertretbar. Das zeigt eine aktuelle Studie, die das Bundesumweltministerium in Auftrag gegeben hat. Danach können die erneuerbaren Energien zu einer tragenden Säule im deutschen Strommarkt werden und den sinkenden Anteil der Atomenergie auffangen. "Die Diskussion um längere Laufzeiten ist deshalb unsinnig", sagte Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold (SPD) an die Adresse einiger Landespolitiker der Union.

Die Große Koalition hält am Atomausstieg, so wie er zwischen rot-grüner Bundesregierung und Energiewirtschaft vereinbart wurde, ohne Einschränkungen fest. So haben es SPD und Union in den Koalitionsvertrag geschrieben. "Einige CDU-Politiker in den Ländern weichen mittlerweile von der gemeinsamen Linie ab", kritisierte Rainer Arnold und mahnte die CDU in diesem Zusammenhang zu mehr Koalitionsdisziplin.

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke, wie es Teile der CDU fordern, sind für Arnold keine Lösung für eine sichere und saubere Energieversorgung. "Längere Laufzeiten lösen unsere Probleme nicht, wir verschieben sie nur in die Zukunft. Das haben wir schon viel zu lange getan", sagte er und betonte in dem Zusammenhang, wie wichtig der Einstieg in die Förderung der erneuerbaren Energien gewesen sei.

Das vor sechs Jahren in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) habe sich dabei zum bisher erfolgreichsten Martkeinführungsinstrument erwiesen. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie und des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) zeigen nun in einer aktuellen Studie auf, dass sich unter den Rahmenbedingungen des EEG der Anteil der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien bis 2020 auf 25 Prozent mehr als verdoppeln werde. Dadurch würden 110 Millionen Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) jährlich vermieden werden. Ohne das EEG, rechnen die Forscher vor, wäre der Stromanteil aus erneuerbaren Energien weitaus geringer und es könnten nur 20 Millionen Tonnen CO2 reduziert werden.

Energie aus Biomasse, Sonne, Wasser und Wind werde zu einer tragenden Säule im deutschen Strommarkt. Die Forscher belegen, so Arnold, dass Erneuerbare Energien tatsächlich den sinkenden Anteil der Atomenergie auffangen können: "Eine Diskussion über längere Laufzeiten ist deshalb nicht nur unsinnig sondern auch ein falsche Signal, weil es die Wachstumsdynamik eines Zukunftsmarktes torpediert."

Schon heute würden bereits 150.000 Menschen im Bereich der Erneuerbaren Energien arbeiten. Der weitere Ausbau der regenerativen Stromerzeugung werde in den nächsten 15 Jahren Investitionen in Höhe von 75 Milliarden Euro auslösen. Dies bedeute kräftige wirtschafts- und beschäftigungspolitische Impulse für die deutsche Volkswirtschaft.

Der massive Ausbau der regenerativen Stromerzeugung erfolge, wie die Forscher in ihrer Studie nachgewiesen haben, zu vertretbaren Kosten. Die monatlichen EEG-Kosten eines Durchschnittshaushaltes werden in den nächsten zehn Jahren von heute 1,50 Euro auf lediglich 2,80 Euro steigen und ab 2016 dauerhaft sinken. Dies ist für Arnold ein "akzeptabler Beitrag" angesichts der Herausforderungen des Klimawandels. Keineswegs komme es zu einem ungebremsten Kostenanstieg, weil die Vergütung nach dem EEG degressiv sei und einzelne Sparten, vor allem ein Teil der Windkraft, am Ende des nächsten Jahrzehnts auch ohne Förderung wirtschaftlich seien.

Einem Festhalten an der Nutzung der Atomenergie erteilte Rainer Arnold daher eine klare Absage: "Wir schaffen keine Versorgungssicherheit, wenn wir weiterhin auf Uran setzen, das unter allen Energieressourcen, nicht nur die einzige ist, die ausschließlich importiert werden muss sondern auch noch am schnellsten erschöpft ist. Wir sollten besser unsere heimischen erneuerbaren Energien stärker nutzen, wenn wir mehr Sicherheit und Unabhängigkeit im Energiesektor wollen."

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