Pressemitteilung

Filmvortrag und Diskussion zum Klimawandel in Dettingen

Der Klimawandel beschäftigt viele Menschen in Dettingen

Filmvortrag und Diskussion mit Fachleuten in der Schlossberghalle

Der Einfluss des Menschen auf das Klima ist wissenschaftlicher Fakt. Unzweifelhaft hat der Weltklimarat (IPCC) in seinem letzten Bericht darauf hingewiesen, wie sehr wir schon heute das Klima verändern und welche Folgen uns drohen. Was ist zu tun? Gemeinsam mit dem SPD-Ortsverein Dettingen lud Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold Experten zum Thema Klimaschutz kürzlich in die Schlossberghalle ein, um dieser Frage nachzugehen.

Gut 70 Gäste waren der Einladung gefolgt und sahen sich zu Beginn der Veranstaltung den oscarprämierten Klima-Dokumentarfilm„eine unbequeme Wahrheit“ von Friedensnobelpreisträger Al Gore an. Der Film zeigt anschaulich wie stark die klimatischen Veränderungen weltweit in den letzten Jahren vorangeschritten sind. Rückgängig ist diese Entwicklung nicht mehr zu machen, nur noch zu begrenzen. Die Klimaforscher sagen, dass es den Staaten gelingen muss, den Temperaturanstieg weltweit um 2° C zu begrenzen. Dafür bleibt, laut den Experten, nur ein kleines Zeitfenster, um den verantwortlichen Ausstoß an Kohlendioxid drastisch zu reduzieren.

Die Bundesregierung will in Sachen Klimaschutz Vorreiter sein. Rechtzeitig zur Weltklimakonferenz in Bali Anfang Dezember wurde ein umfangreiches Klimaschutzprogramm beschlossen, mit dem Ziel bis 2020 die Kohlendioxidemissionen um 40 Prozent zu reduzieren. „Die Ausgaben für den Klimaschutz werden um 200 Prozent gesteigert, schon diese Zahl macht deutlich, wie ernst wir es mit dem Klimaschutz meinen“,sagte Rainer Arnold. Und auch den Menschen sei es mittlerweile bewusst, wie wichtig Klimaschutz und Energiesparen sei, bemerkte er vor dem Hintergrund, dass noch vor sieben Jahren, als das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschlossen wurde, es viel Kritik gab.

Mittlerweile ist das EEG ein Exportschlager und selbst die großen Stromkonzerne setzen auf die erneuerbaren Energien. „Wir haben unter den großen Energieunternehmen den höchsten Anteil an Ökostrom. Wir wären schlecht beraten, wenn wir nicht in den erneuerbaren Energien und einer dezentrale Versorgung die Zukunft unseres Unternehmens sähen“, sagte Mirko Krück von der EnBW. Krück bezweifelte allerdings, dass Deutschland die gesteckten Klimaziele erreichen werde, „wenn man nicht noch mal über die Kernenergie spricht.“

Für Arnold gibt es dagegen keinen Grund, an der Stelle nachzugeben:„Eine Verlängerung der Laufzeiten würden ganze vier Prozent zum Klimaschutz beitragen, die Erhöhung der Energieeffizienz um einen weiteren Prozentpunkt macht dagegen schon 11 Prozent aus.“ So betrachtet der Bundestagsabgeordnete denn auch das Energiesparen als „die größte Energiereserve.“

Bernd Söllner von der Lokalen Agenda 21 in Kirchheim pflichtete ihm da bei. Nicht nur im Strombereich gerade auch bei der Wärmeerzeugung seien die Potenzial immens. Als Beispiel nannte er die Dämmung von Häusern bis zum Passivhausstandard. Das EEG oder das Landeswärmegesetz seien wichtige Schritte gewesen. „Die Politik muss Dinge anstoßen“, sagte er, fügte aber auch gleich hinzu, dass die steigenden Energiepreise den Trend zum Energiesparen ohnehin vorgeben. Für Söllner ändern sich die staatlichen Förderprogramme noch zu häufig. Dies sei problematisch und eine Investitionsbremse.

Zurück