Pressemitteilung

15. Juni ist 1. deutscher Weiterbildungstag

„Zu wenig Beschäftigte bilden sich weiter“

Anlässlich des 1. Deutschen Weiterbildungstages am 15. Juni nennt der Nürtinger Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold (SPD) Ziele für eine Strategie zur Steigerung der Weiterbildung von Arbeitnehmern:

„Angesichts der rasanten Entwicklungen in der Arbeitswelt ist es für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unverzichtbar, ihre Kenntnisse über ihr gesamtes Berufleben hinweg weiterzuentwickeln. Lebenslanges Lernen ermöglicht die Teilhabe jedes Menschen an der gesellschaftlichen Entwicklung. Aufgrund des demographischen Wandels wird sich die Altersstruktur der Arbeitnehmerschaft in den kommenden zwei bis drei Jahrzehnten erheblich verändern - umso mehr gilt es, die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen bis ins Alter zu erhalten. Bereits heute besteht in einigen Branchen ein Mangel an Fachkräften.

Die Beteiligung Erwachsener an allgemeiner und beruflicher Weiterbildung ist keineswegs ausreichend. Im europäischen Vergleich liegt sie lediglich im unteren Drittel. Insbesondere benachteiligte Bevölkerungsgruppen und ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bilden sich unterproportional oft weiter. Ziel ist es deshalb, die Beteiligung an Weiterbildung erheblich zu erhöhen. Dafür sind folgende Schritte notwendig:

Zweite und dritte Chance ermöglichen Jeder Erwachsene ohne Schul- oder Ausbildungsabschluss soll die Möglichkeit haben, einen Abschluss nachzuholen. In Deutschland gibt es zu viele Menschen, die nicht genug lesen und schreiben können, um in Alltag und Beruf zurechtzukommen.

Gerechter Finanzierungsmix Wir müssen verstärkt in Weiterbildung und lebenslanges Lernen investieren. Dabei setzen wir auf einen sinnvollen und gerechten Finanzierungsmix von öffentlicher, betrieblicher und individueller Finanzierung. Hauptsächlich auf die finanzielle Eigeninitiative des Einzelnen zu setzen ist der falsche Weg.

Stärkung der Weiterbildungsfinanzierung Die angekündigten Maßnahmen der Bundesregierung, eine Weiterbildungsprämie, die Möglichkeit von Weiterbildungskrediten und das Weiterbildungssparen einzuführen, sind erste wichtige Schritte, um die Finanzierung der Weiterbildung zu stärken und damit die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen. Darüber hinaus wollen wir die Weiterbildung zur vierten Säule des Bildungssystems ausbauen. Darüber hinaus wollen wir langfristig Weiterbildungsansprüche, Weiterbildungsberatung und Weiterbildungsqualität in einem Erwachsenenbildungsförderungsgesetz klar regeln.

Stopp dem Lohndumping in der Weiterbildungsbranche Qualität in der Weiterbildung kann nur gesichert werden, wenn die Beschäftigten im Weiterbildungssektor gerecht entlohnt werden. Das Zahlen von Dumpinglöhnen gilt es zu unterbinden.

Mehr Unterstützung für allgemeine Weiterbildung Der allgemeinen, kulturellen und politischen Weiterbildung kommt eine wichtige Bedeutung zu. Wir fordern die Länder und Kommunen auf, sie zu stärken und vor allem die Arbeit der Volkshochschulen intensiver zu unterstützen.

Nationaler Pakt für Weiterbildung Weiterbildung liegt in der Zuständigkeit vieler Akteure. Deshalb wollen wir einen nationalen Pakt für Weiterbildung, bei dem alle an Weiterbildung Beteiligten - also Politik, Tarifparteien und Bildungsträger - konstruktiv zusammenwirken. Ziel einer gemeinsamen Weiterbildungsstrategie muss es auch sein, die Unüberschaubarkeit des Weiterbildungssektors zu überwinden und Weiterbildung mit System zu schaffen.“

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