Pressemitteilung

Kyoto-Protokoll wichtiger Schritt nach vorne

Arnold: weitere Maßnahmen müssen folgen

NÜRTINGEN(vhas). Nun ist der globale Klimaschutz amtlich. In dieser Woche trat das Kyoto-Protokoll, das eine Senkung der Treibhausgase vorschreibt, in Kraft. Die Weltengemeinschaft macht sich damit den Schutz des Klimas zur globalen verbindlichen Aufgabe. Deutschland verpflichtet sich bis spätestens 2012 21 Prozent weniger der klimaschädlichen Treibhausgase, wie Kohlendioxid, auszustoßen bezogen auf das Jahr 1990. Für den Nürtinger Bundestagsabgeordneten Rainer Arnold (SPD) ist dies ein wichtiger Schritt, dem allerdings weitere folgen müssten. "Das Kyoto-Protokoll ist ohne Zweifel ein Meilenstein für den Klimaschutz. Um aber die globalen Klimaveränderungen wirksam zu begrenzen, reicht es noch nicht aus", sagte er.

Jahrelang war das Kyoto-Protokoll nicht mehr als ein Papiertiger. Bereits Ende 1997 einigte sich die Weltengemeinschaft auf der UN-Klimakonferenz im japanischen Kyoto auf ein verbindliches Programm zur weltweiten Begrenzung der klimaschädlichen Treibhausgase. In Kraft treten und völkerrechtlich verbindlich konnte es indes erst werden, wenn das Protokoll von 55 Staaten, die gleichzeitig mindestens 55 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen, ratifiziert werde. Nachdem sich im vergangenen Jahr Russland auf die Seite der Befürworter schlug, war der Weg frei, auch wenn der weltweit größte Produzent an Treibhausgasen, die USA, sich weiterhin weigert, dem Kyoto-Protokoll zu zustimmen.

Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold (SPD) sieht den weltweiten Klimaschutz mit Inkrafttreten des Vertragswerks einen großen Schritt vorangekommen zu sein. Zwar entspreche es noch nicht den Anforderungen an den Schutz der Erdatmosphäre, aber die Weltengemeinschaft beginne mit regelmäßigen Überprüfungen und internationalen Verhandlungen zum Schutz des Klimas. "Das ist ein entscheidender Fortschritt, weil die internationale Staatengemeinschaft gezwungen ist, sich kontinuierlich mit dieser Frage zu beschäftigen und unter Handlungsdruck steht", so Arnold.

Insgesamt sollen, so schreibt es das Kyoto-Protokoll vor, zwischen 2008 und 2012 weltweit fünf Prozent weniger Treibhausgase, insbesondere Kohlendioxid, ausgestoßen werden als 1990. Dabei hat jedes Land unterschiedlich hohe Reduktionsziele, damit ärmeren Ländern nicht der nötige Spielraum zur wirtschaftlichen Entwicklung genommen werde. Mit 21 Prozent weniger Treibhaus-Emissionen übernehme Deutschland, sagte Arnold, eine Vorreiterrolle. Dem Ziel sei man bereits greibar nahe, denn schon heute würden rund 19 Prozent weniger Treibhausgase emittiert als es 1990 gewesen seien.

Für den Bundestagsabgeordneten Arnold sei dies allerdings kein Grund die Hände in den Schoß zu legen. Auch Deutschland müsse seine Anstrengungen zum Klimaschutz weiter verstärken, denn die Ziele von Kyoto würden bei weitem noch nicht ausreichen. Zudem belegen neue Forschungen, berichtete er, dass die Gefahren des Klimawandels Europa weit stärker treffen könnten, als bislang angenommen. Experten betrachten es als ein unübersehbares Warnsignal, dass sich der polare Druckwirbel im Nordatlantik stark abschwäche. Als Folge könnten Wetterextreme stark zunehmen oder sogar der Golfstrom zum Erliegen kommen. Dann würde die globale Erwärmung paradoxerweise in Nordeuropa zu einer drastischen Abkühlung von bis zu fünf Grad Celsius führen. Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold warb deshalb für die Fortführung der nationalen Klimaschutzstrategie und der ökologischen Modernisierung.

Vor allem der Ausstoß von Kohlendioxid durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, wie Kohle, Eröl oder Erdgas, führt zum so genannten anthropogenen Treibhauseffekt, der die Temperatur in der Erdatmosphäre global ansteigen lässt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich infolge dessen Wetterextreme wie Stürme, Dürren und starke Niederschläge dramatisch zunehmen können. Um den Klimawandel noch auf ein vertretbares Maß zu begrenzen, müsste der Ausstoß an Treibhausgasen bis 2050 halbiert werden. Neben Kohlendioxid- sind auch Methan-, Stickoxide- und FCKW-Emissionen für den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt verantwortlich.

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