Pressemitteilung

Rainer Arnold bei der Arbeitsagentur Kirchheim

"Betreute Arbeitsmöglichkeiten im bürgerschaftlichen Engagement verstärken"

KIRCHHEIM(pm). Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold informierte sich gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Carla Bregenzer (beide SPD) kürzlich in der Agentur für Arbeit in Kirchheim über die aktuelle Arbeitsmarktsituation im Landkreis. Im Juni ging die Arbeitslosenzahl weiter zurück. Besonders positiv: der deutlichste Rückgang sei bei den unter 25jährigen zu verzeichnen, allerdings hätten junge Leute ohne Abschluss schlechte Chancen auf einen Job. Arnold und Bregenzer waren sich deshalb einig, dass Fördermaßnahmen für junge Menschen nicht erst in der Arbeitslosigkeit beginnen dürfen.

Insgesamt ging im Arbeitsagenturbezirk Göppingen/Esslingen die Arbeitslosenquote im Juni auf 5,6 Prozent zurück. Vor einem Jahr betrug die Quote im Juni noch 5,9 Prozent. Der deutlichste Rückgang war bei den unter 25jährigen zu verzeichnen. Wie im Gespräch in der Arbeitsagentur Kirchheim klar wurde, könne für junge Leute mit Schulabschluss oder Berufsqualifikation in der Regel ein Arbeitsplatz gefunden werden.

Problematisch sei die Situation hingegen bei gering qualifizierten jungen Menschen ohne Schulabschluss. Für sie sei es besonders schwierig wieder eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen. "Neben fehlenden Qualifikationen seien auch mangelnde Sprachkenntnisse und fehlende soziale Kompetenz zunehmend ein Problem", sagte Bregenzer. Die Kirchheimer Landtagsabgeordnete forderte deshalb verstärkt bereits im Kindergarten und in der Schule besser zu fördern. Das von der SPD initiierte Ganztagsschulenprogramm zeige in die richtige Richtung. "Wir dürfen mit Fördermaßnahmen nicht warten, bis junge Leute perspektivlos in der Arbeitslosigkeit stehen", sagte sie. Laut Bregenzer seien freilich zunächst die Eltern in der Verantwortung. "Wenn sie es aber nicht leisten können, muss der Staat die kindliche Förderung unterstützen. Das ist nicht nur sinnvoll sondern langfristig auch billiger, als abzuwarten bis das Kind in den Brunnen gefallen ist."

Vor diesem Hintergrund begrüßte Rainer Arnold die intensivere Betreuung arbeitsloser Jugendlichen in den Jobcentern. Sinnvoll wäre allerdings die Betreuung bereits zu Beginn der Arbeitslosigkeit zu stärken, noch bevor sie in das Arbeitslosengeld II (ALG II) abrutschen. Bislang haben die für ALG-II-Empfänger zuständigen Jobcenter mehr Möglichkeiten für Betreuungsaufgaben als die Arbeitsagenturen, die für Arbeitslosengeld-I-Empfänger zuständig sind.

Gut nachgefragt würden die betreuten Arbeitsgelegenheiten (so genannte 1-Euro-Jobs). Das Jobcenter im Landkreis habe, wie im Gespräch deutlich wurde, gute Erfahrungen mit den Arbeitsgelegenheiten gemacht. Arnold sprach sich erneut dafür aus, 1-Euro-Jobs bei älteren Arbeitslosen, die keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt hätten, nicht länger auf ein Jahr zu befristen. "Wir müssen den Menschen, die keinen Job mehr finden, Perspektiven schaffen", so Arnold. Beschäftigungsfelder böten sich beispielsweise im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements. "Wir sollten die betreuten Arbeitsgelegenheiten in diese Richtung ausbauen, um älteren gering qualifizierten Arbeitslosen noch eine sinnhafte Aufgabe zu geben und eine vernünftige Brücke in den Ruhestand zu bauen", sagte er.

Im Gespräch mit den Vertretern der Arbeitsagentur und des Jobcenters die künftige Trägerschaft des Jobcenters thematisiert. Die gemeinsame Trägerschaft zwischen Kommunen und Landkreis mit der Arbeitsagentur sei für Arnold, wie die Erfahrungen gezeigt hätten, erfolgreicher wie das kommunale Optionsmodell. "Das Jobcenter sollte auch weiterhin nah an die Arbeitsagentur angebunden sein, brauche aber ein selbst verwaltetes Haushaltsbudget für eine kontinuierlichere Arbeit."

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