Pressemitteilung

Rainer Arnold besucht das Jobcenter Esslingen

"Langfristige Perspektiven für einfach Qualifizierte schaffen"

ESSLINGEN(pm). Der Besuch im Job-Center ist für Rainer Arnold schon ein festes Ritual. Regelmäßig sucht der SPD-Bundestagsabgeordnete die Geschäftstellen von Arbeitsagenturen und Job-Centern auf, um sich über die aktuelle Arbeitsmarktsituation im Landkreis ins Bild zu setzen. Das Job-Center im Kreis Esslingen sei, wie Geschäftsführerin Karin Käppel sagt, gut aufgestellt. Schnelle Erfolge werde es aber nicht geben. Zu viele Arbeitslose seien schlecht oder gering qualifiziert und hätten auch bei anziehender Konjunktur nur wenige Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Arnold sprach sich deshalb dafür aus, für bestimmte Zielgruppen auch längerfristige Perspektiven auf dem so genannten zweiten Arbeitsmarkt zu schaffen.

Kurz und gut? Jeden Monat aufs Neue gibt die Arbeitslosenstatistik die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt mit einer einzigen Zahl wieder. Bleibt sie anhaltend hoch oder steigt sie sogar, müssen sich auch schnell die Arbeitsagenturen und Job-Center kritische Stimmen über den Erfolg ihrer Vermittlungsleistung anhören lassen. Doch als ausschließliches Erfolgsbarometer über die Arbeitsleistung der Behörden taugen die Arbeitslosenzahlen eben nicht. "Der Erfolg beim Fallmanagement, also der individuellen Betreuungsleistung, ist zum Beispiel schlecht messbar oder stellt sich erst später ein", sagte die Geschäftsführerin des Job-Centers Landkreis Esslingen, Karin Käppel im Gespräch mit Rainer Arnold. Und natürlich hänge der Vermittlungserfolg maßgeblich vom Arbeitsplatzangebot ab.

Positiv bewertete die Geschäftsführerin auch die Zusammenarbeit zwischen Landratsamt, den sechs Kreisstädten und der Arbeitsagentur, die gemeinsam als Träger des Job-Centers unter einem Dach vereint sind: "Jeder einzelne Mitarbeiter bringt spezielles Wissen mit, was für die tägliche Arbeit von großem Vorteil ist. Auch die Netzwerke vor Ort kommen unserer Arbeit zugute", sagte sie.

Käppel dämpfte die Erwartungen angesichts der sich abzeichnenden Konjunkturbelebung. "Schnelle Erfolge wird es nicht geben", sagte sie. Der Arbeitsmarkt suche sich die Besten, zurück bleiben die einfach qualifizierten Arbeitslosen und die sind das Gros ihrer Kunden im Job-Center. Fast 60 Prozent der Arbeitslosengeld-II-Empfänger im Landkreis Esslingen haben nie einen Beruf erlernt. Jeder zehnte Arbeitslose, der beim Job-Center gemeldet ist, ist unter 25 Jahre. Ein Teil der Jugendlichen hätten keinen Schulabschluss, keine Lehre abgeschlossen. "Die vorhandenen Förderinstrumente reichen da nicht aus, um allen einen sicheren Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen", beklagte Käppel.

Rainer Arnold sieht es denn auch als vordringliche Aufgabe für mehr Beschäftigung die Menschen besser zu qualifizieren. Natürlich werde es gerade für un- und angelernte Arbeitnehmer immer schwieriger einer Job zu finden, so der Nürtinger Bundestagsabgeordnete, weil einfache Tätigkeiten durch Rationalisierungen weiter wegfallen werden. Für diese Menschen neue Perspektiven zu schaffen, sei die große Herausforderung, so Arnold. Weiterbildung und Qualifizierungsmaßnahmen seien mehr denn je erforderlich, doch sie machen Arbeitsplätze mit einfachen Tätigkeiten nicht verzichtbar.

Vor diesem Hintergrund plädierte Arnold für bessere Rahmenbedingungen für Jobs im Niedriglohnbereich, warnte aber vor Dumpinglöhnen: "Die Menschen müssen mit ihrem Einkommen ihren Lebensunterhalt sichern können. Dafür brauchen wir einen gesetzlichen Mindestlohn und differenzierte und angepasste Förderinstrumente aber keinen flächendeckenden Lohnsubventionen." Kombilöhne könnten laut Arnold nur eine Maßnahme unter vielen sein. Ohnehin gebe es schon heute zahlreiche arbeitsmarktpolitische Instrumente die im Grunde ein Kombilohn seien. Die bestehenden Möglichkeiten sollten deshalb zunächst gebündelt werden, um sie effektiver zu nutzen.

Für Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen keine Chance mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt hätten, müsse die Politik ebenso Perspektiven schaffen. Denkbar sei, so Rainer Arnold, zumindest für bestimmte Zielgruppen wie ältere Arbeitnehmer langfristige Beschäftigungsangebote auf dem zweiten Arbeitsmarkt, also Tätigkeiten im gemeinnützigen Bereich, zu schaffen: "Wenn der Arbeitsmarkt solchen Menschen keine Chancen mehr bietet, können wir sie nicht einfach der Langzeitarbeitslosigkeit überlassen."

Karin Käppel begrüßte Arnolds Vorstoß, wünschte sich aber keine Begrenzung allein auf ältere Arbeitslose. "Wir haben einfach qualifizierte Arbeitslose, die Arbeiten wollen, aber nicht leistungsfähig genug für den ersten Arbeitsmarkt sind", sagte sie.

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