Pressemitteilung

Rainer Arnold diskutiert mit Schülern des Max-Planck-Gymnasiums über 'Krieg und Frieden' (Nürtinger Ztg., 04.02.2011)

NÜRTINGEN (pm). Vergangenheit und Zukunft beim Thema „Krieg und Frieden“ miteinander zu verbinden, war letzte Woche das Anliegen der SMV des Max-Planck-Gymnasiums. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold stand dazu in der Mensa Rede und Antwort.

Zunächst führte die SMV den Film „Merry Christmas“ vor, der eine Kriegsweihnacht an der deutsch-französischen Front 1914 zeigt. Die Waffen schweigen für wenige Stunden, und deutsche wie französische Soldaten finden, Weihnachtslieder singend, zueinander – und gehen danach wieder in ihre jeweiligen Schützengräben.

Der Film zeige die „Absurdität des Krieges“; alle Menschen seien gleich, nur die Sprache verschieden; man könne nachvollziehen, wie sich die „publizierten Feindbilder“ plötzlich änderten; der Unterschied zwischen denen, die befehlen, und den Frontsoldaten, die die Befehle ausführen müssen, werde erschreckend deutlich.

Arnold nahm diese Äußerungen auf und sprach, erweiternd, von den zahlreichen „Fehleinschätzungen“ in Gesellschaft und Politik in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, betonte die Distanz zwischen Befehlenden und Ausführenden und die „Verführbarkeit des Menschen“ angesichts der damaligen Kriegstreiberei. Heute könne man zwischenstaatliche Kriege nahezu ausschließen, leitete Arnold über. Die Konflikte heute hätten religiöse oder ethnische Gründe und spielten sich zwischen verschiedenen Gruppen innerhalb eines oder mehrerer Staaten ab. Doch dürfe man die Vision einer anderen Welt nicht aufgeben: die könne aber nur erreicht werden, indem das Gewaltmonopol einer Staatengemeinschaft wie beispielsweise der UNO übertragen werde.

Ausführlich ging der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion auf die Verlängerung des Afghanistan-Mandats ein. Das Land sei damals Rückzugsgebiet der Terroristen gewesen, und die Weltgemeinschaft müsse ein Interesse daran haben, dieses Land und seine Regierung zu stabilisieren. Falls man dort scheitere, würde das einem Sieg der Terroristen gleichkommen und zu weiterem Terror führen. Zu dem Mandat gehöre aber auch das Versprechen, beim Aufbau des Landes zu helfen. Der zivile Aufbau und der Ausbau der Infrastruktur würden deutlich forciert, die Afghanen selber würden mehr und mehr in Aktionen einbezogen.

Arnold befürchtet schlechte Umsetzung der Bundeswehrreform

Zum Schluss ging Arnold noch auf die geplante Bundeswehrreform ein. Die frühere Begründung für die Wehrpflicht – der Kalte Krieg – sei weggefallen. Bei einer Verkleinerung der Truppe sei keine Wehrgerechtigkeit mehr zu erreichen. Der SPD-Verteidigungsexperte begrüßte die Reform, befürchtet jedoch, dass sie schlecht umgesetzt werde.

Das notwendige soziale Engagement junger Leute als Ersatz für den Zivildienst müsse stärker ins Bewusstsein gehoben werden.

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