Pressemitteilung

Rainer Arnold und Nils Schmid MdL bei Schuldnerberatung des DRK

(pm). Wer in der Schuldenfalle sitzt, kommt meist ohne fremde Hilfe nicht mehr raus. Doch die ist gar nicht so leicht zu bekommen. Weil die Beratungsstellen im Landkreis Esslingen heillos überlastet sind, müssen Schuldner ein Jahr und länger auf Unterstützung warten - für die Beratungsstelle des DRK-Kreisverbandes Nürtingen-Kirchheim ein unhaltbarer Zustand. Gegenüber dem Nürtinger Bundestagsabgeordneten Rainer Arnold und dem Nürtinger Landtagsabgeordneten Dr. Nils Schmid forderte Frau Christine Schulta von der DRK-Schuldnerberatungsstelle, das Beratungspersonal wenigsten zu verdoppeln. Bundesweit müsste ein„Nationaler Aktionsplan gegen Überschuldung“ entwickelt werden.

Jedem 25. Haushalt im Kreis Esslingen, das sind rund 10.000 Haushalte, wachsen die Schulden über den Kopf. Die Gründe sind unterschiedlich, ähneln sich aber in vielen Fällen. Schlechte Qualifizierung, Insolvenz des Arbeitgebers oder private Trennungen erhöhen das Schuldenrisiko. Besonders junge Erwachsene laufen zusätzlich Gefahr durch Konsumausgaben in die Schuldenfalle zu tappen: Handy, Auto, teure Bestellungen beim Versandhandel – vieles wird auf Pump gekauft und kann später nicht mehr zurückgezahlt werden.

Die Schuldnerberatungsstelle des DRK-Kreisverbandes kennt solche Schicksale reichlich. Fünf Anlaufstellen haben Überschuldete im Kreis Esslingen, das Deutsche Rote Kreuz in Nürtingen ist neben der Diakonie und dem Landratsamt eines der Träger. Die Kosten der Beratungen tragen der Landkreis, die Kommunen und die Träger selbst. Doch die bereitgestellten Mittel reichen bei weitem nicht aus. Um die immens langen Wartezeiten von einem Jahr zu verkürzen, müsste das Beratungspersonal um das Doppelte aufgestockt werden. Kurzfristige Beratungen müssten gestärkt werden, so könnte im Vorfeld vieles verhindert werden, mit dem später Berater und Schuldner zu kämpfen hätten. Gleiches gelte für die wichtige Präventionsarbeit, doch aus zeitlichen Gründen sei sie kaum machbar. Probleme sieht die Schuldnerberatung auch bei einigen Banken, die zu wenig Kooperation und Unterstützung zeigen würden und Girokonten schnell kündigten.

Rainer Arnold berichtete, dass eine Änderung des Verbraucherinsolvenzverfahrens geplant sei. Auch sprach sich Arnold dafür aus, Banken zur Führung so genannter Pfändungsschutzkonten zu verpflichten.

Den Vorschlag für einen gemeinsamen „Nationalen Aktionsplan gegen Überschuldung“ mit Vertretern aus Politik, Wohlfahrts- und Verbraucherverbänden, Wissenschaft und Kreditwirtschaft, griff Arnold gerne auf und kündigte an, sich dafür in Berlin stark zu machen. „Wir brauchen klarer Rahmenbedingungen und eine intensivere Beratungs- und Präventivstruktur“, sagte er. „In der Schuldnerberatung liege oft auch der Ausweg aus der Arbeitslosigkeit“, sagte Schmid. Oft sei der Weg aus den Schulden die Voraussetzung für eine neue Beschäftigung. In dem Zusammenhang erinnerte Schmid aber auch daran, dass Einkommensarmut durch Dumpinglöhne das Verschuldungsrisiko nur wieder erhöhen würde.„Es zeigt sich immer wieder, wie sehr wir aus unterschiedlichen Gründen zwingend Mindestlöhne brauchen, damit die Menschen von ihrem Lohn anständig und gesichert leben können“,sagte er.

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