Pressemitteilung

Rainer Arnold unterwegs mit der Behindertenbeauftragten Karin Evers-Meyer im Landkreis Esslingen

ESSLINGEN/NÜRTINGEN/KIRCHHEIM(pm). Einmal quer durch den Landkreis Esslingen ging es kürzlich für die Beauftragte der Bundesregierung für behinderte Menschen MdB Karin Evers-Meyer (SPD). Auf ihrer Stippvisite sprach sie gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten Rainer Arnold (SPD) mit Landrat Heinz Eininger und Sozialdezernent Dieter Krug, bevor es weiter nach Kirchheim zu den Werkstätten Esslingen-Kirchheim und ins Cafe Regenbogen nach Nürtingen ging. Das zentrale Anliegen Evers-Meyer: Weg von der Politik der Fürsorge und hin zu einer Politik der Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft gehen. Gute Beispiele konnte sie dafür hier im Landkreis finden.

„Außerordentlich zufrieden“ sei er über das Projekt Cafe Regenbogen im Nürtinger Bürgertreff, sagte Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich als er Karin Evers-Meyer von dem Integrationsprojekt berichtete. Vor drei Jahren sei das Vorhaben aus der Taufe gehoben worden. Sechs bis acht behinderte Menschen kochen und bedienen in dem Cafe, servieren Mittagessen und kleine Snacks. Träger und Finanzier des Projektes ist die Behindertenförderung Linsenhofen-Oberboihingen, die Stadt Nürtingen stellt die Räume im Nürtinger Bürgertreff dafür kostenlos zur Verfügung. Die Anforderungen an die behinderten Menschen seien hoch, sagte Heirich, dafür stünden sie aber mittendrin in der Gesellschaft, das sei unheimlich wichtig.

Dem konnte Karin Evers-Meyer nur zustimmen. „Wir müssen weg von einer Politik der Fürsorge und hin zu einer Politik der Integration behinderter Menschen“, sagte sie. Das Cafe Regenbogen sei ein gutes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement und beispielgebend für andere Integrationsprojekte. „Als große Chance in die Gesellschaft zu kommen“bezeichnete Evers-Meyer den Rechtsanspruch auf ein persönliches Budget ab dem 1. Januar 2008. Danach können behinderte Menschen erstmals wählen, ob sie Geld- oder Sachleistungen bekommen. Diese Wahlfreiheit sollte vom Kostenträger, mahnte Evers-Meyer, allerdings nicht zur Kostendrückung missbraucht werden.

Die Behindertenbeauftragte forderte darüber hinaus für eine bessere Integration, behinderte Menschen sollten verstärkt in der freien Wirtschaft arbeiten können. Die Werkstätten Esslingen-Kirchheim bemühen sich um solche Außenarbeitsplätze in Firmen, die dann von den Werkstätten betreut werden.

Zuvor im Gespräch im Landratsamt spielte vor allem die Auflösung der Landeswohlfahrtsverbände, deren Trägeraufgaben für behinderte Menschen nun an die Landkreise übertragen worden sind, eine Rolle. Rainer Arnold sagte in diesem Zusammenhang, es sei positiv, dass jetzt Entscheidungen näher an den betroffenen Menschen getroffen werden könnten und nicht so sehr nach Aktenlage. Dies werde nicht nur im Interesse der Betroffenen in Zukunft immer wichtiger: „Wir haben erstmalig seit Kriegsende eine älter werdende Generation behinderter Menschen. Hier kommen neue Anforderungen auf uns zu. Die Frage nach Aufrechterhaltung des vertrauten Wohnumfeldes auch im Alter ist ein ganz entscheidender Aspekt. Auf solche Veränderungen müssen wir individueller reagieren.“

Zurück