Pressemitteilung

Reform löst Boom bei Minijobs aus

Arnold: 600.000 neue Jobs in zwei Monaten

Schwarzarbeit in Haushalten wurde begrenzt

NÜRTINGEN(vhas). Der Niedriglohnsektor hat mit der Reform der Minijobs einen großen Schub erhalten. Nach Angaben des Nürtinger Bundestagsabgeordneten und verteidigungspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sind seit April 600.000 neue Arbeitsverhältnisse entstanden. Die Minijobs sind Teil der großen Arbeitsmarktreform, der sogenannten Hartz-Gesetze.

Als zuständige Bundesbehörde schätzt die Bundesknappschaft die Zahl der geringfügig Beschäftigten auf knapp sechs Millionen in Deutschland. Demnach arbeitet jeder Sechste Erwerbstätige in diesem Bereich. Ende März waren noch 5,3 Millionen solcher Arbeitnehmer bei den Rentenkassen registriert. Die im April 2003 in Kraft getretene Neuregelung habe offenbar einen Boom bei den Minijobs ausgelöst, sagte Rainer Arnold. Innerhalb zwei Monaten sind demnach 600.000 neue Beschäftigungsverhältnisse entstanden, davon allein 30.000 in privaten Haushalten.

Ob eine Aufsplitterung von Vollzeitstellen, wie von den Gewerkschaften befürchtet, zu dem Anstieg beigetragen habe, könne derzeit nicht abgeschätzt werden. Genaue Zahlen seien jedoch in einigen Wochen zu erwarten, merkte Arnold an. Der SPD-Politiker betrachtet die "deutliche Verfahrensvereinfachung" als wesentliche Ursache für diese Entwicklung: "Die Neuregelung zielt darauf ab, vor allem im Dienstleistungssektor - ob Gastgewerbe, Einzelhandel oder Privathaushalt - neue Arbeitsplätze zu ermöglichen. Das ist uns offenbar gelungen", sagte er. Arnold teilte mit, dass es auch in begrenztem Umfang gelungen sei, Schwarzarbeit im Haushalt in legale Arbeitsverhältnisse umzuwandeln.

Die Neuregelung der Minijobs erlaubt jedem Arbeitnehmer bis zu 400 Euro im Monat zu verdienen, ohne Abgaben zu zahlen. Arbeitgeber leisten pauschale Sozialabgaben in Höhe von 25 Prozent, Privathaushalte in Höhe von 12 Prozent. Für so genannte Midijobs bis zu einem Monatseinkommen von 800 Euro gibt es eine Gleitzone mit langsam ansteigenden Sozialabgaben. Private Arbeitgeber können einen Teil Ihrer Kosten steuerlich geltend machen.

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