Pressemitteilung

Um jeden Ausbildungsplatz kämpfen

MdB Rainer Arnold und MdL Nils Schmid im Gespräch mit der IHK-Bezirkskammer Nürtingen

Bundesregierung reagiert auf drohenden Lehrstellenmangel

NÜRTINGEN(vhas). Mit einer Ausbildungsoffensive will die Bundesregierung auf einen drohenden Lehrstellenmangel rechzeitig reagieren. Über die Vorhaben der Bundesregierung und die Ausbildungsplatzsituation vor Ort sprachen die Nürtinger Abgeordnete Rainer Arnold, MdB, und Nils Schmid, MdL, (beide SPD) mit dem leitenden Geschäftsführer, Friedrich Kettner, und dem Referatsleiter Berufsbildung, Helmut Zeeh, der IHK-Bezirkskammer Nürtingen.

Nach Expertenschätzungen werden bis zum September 140.000 Ausbildungsplätze fehlen. Auch im Bezirk Nürtingen rechnet die IHK mit weniger Ausbildungsplätzen als noch im Vorjahr. Bis Anfang Mai wurden im laufenden Jahr rund 17 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Jahr zuvor. Allerdings könne sich die Situation bis zum Beginn des neue3n Ausbildungsjahres im September noch zum Positiven ändern. Mit einer eigenen Lehrstellenoffensive wirbt deshalb die IHK Region Stuttgart für zusätzliche Lehrstellen bei den Betrieben. "Wir sind bereit um jeden Ausbildungsplatz zu kämpfen", sagte Friedrich Kettner. Im Bezirk Nürtingen bilden derzeit knapp 500 Unternehmen aus, 200 weitere Unternehmen könnten zusätzlich ausbilden und wurden unter anderem über ein Call-Center der IHK dazu aufgerufen, Ausbildungsplätze einzurichten. Als wesentliche Gründe, weshalb Betriebe nicht ausbilden, nannte Helmut Zeeh wirtschaftliche Schwierigkeiten der Betriebe aber auch ein Mangel an qualifizierten Bewerbern. So hätten zum Beispiel im Bezirk Nürtingen selbst Banken noch offene Lehrstellen, weil sich keine geeigneten Bewerber finden würden. Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold (SPD) kündigte an, dass die Bundesregierung frühzeitig mit einer Ausbildungsoffensive auf die alarmierende Ausbildungsplatzsituation reagieren werde. "Heute mangelt es uns an Fachkräften, weil in den 90er Jahren zu wenig junge Menschen ausgebildet wurden, das darf sich nicht wiederholen", sagte Arnold. Auf einem gemeinsamen Treffen mit Regierungsvertretern und Gewerkschaften sagten die Wirtschaftsverbände zu, die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze gegenüber 2002 zu erhöhen. Zusammen mit den Gewerkschaften wollen sie den Anteil der ausbildenden Betriebe in Deutschland, der derzeit bei 30 Prozent liegt, steigern.

Arnold berichtete, dass die rot-grüne Bundesregierung ihrerseits angekündigt habe, ausbildungshemmende Bestimmungen abzuschaffen und die Berufsausbildung weiter zu modernisieren. Noch im Mai will die Bundesregierung die Ausbildungseignungsverordnung für fünf Jahre aussetzen. So sollen Unternehmen und Unternehmensgründern die Ausbildung erleichtert werden. Die IHK Nürtingen erwartet davon allerdings nur geringe Auswirkungen. Schon heute werde die Befreiung von der Ausbildungseignungsprüfung flexibel gehandhabt, sagte Kettner. Der leitende Geschäftsführer der IHK-Bezirkskammer sprach sich in diesem Zusammenhang auch gegen die derzeit diskutierte Ausbildungsabgabe aus. Unternehmen, die nicht ausbilden, sollen eine Abgabe in einen Fonds einzahlen, der ausbildenden Unternehmen zugute kommt. Kettner sah es als problematisch an, hier klare Grenzen zu ziehen.

"Ziel der rot-grünen Bundesregierung ist es", sagte Schmid, "jedem Jugendlichen, der will, auch in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz zu ermöglichen." Der SPD-Politiker erinnerte aber auch daran, dass "die Verantwortung für die berufliche Bildung und damit auch für die aktuell schwierige Situation bei den Unternehmen liegt."

Zurück