Pressemitteilung

Unbefristete Arbeitsgelegenheiten für Ältere

Jobcenter Landkreis Böblingen gut aufgestellt

NÜRTINGEN/BÖBLINGEN(pm). Die so genannten 1-Euro-Jobs sollten für ältere Langzeitarbeitslose, die keine Chance mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, auch eine dauerhafte Perspektive sein. Das schlug der Nürtinger Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold (SPD) im Gespräch mit dem Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Böblingen, Clemens Woerner, vor. Bisher sind die Arbeitsgelegenheiten auf höchstens neun Monate begrenzt. Ältere Arbeitslose sollten 1-Euro-Jobs auch unbefristet erhalten können, sagte Arnold.

550 Arbeitsgelegenheiten gibt es derzeit im Landkreis Böblingen. Die so genannten 1-Euro-Jobs sieht der Geschäftsführer des Böblinger Jobcenters, Clemens Woerner, als "gute Qualifizierungsmaßnahme und keine Warteschleife." Immerhin hätten 63,8 Prozent der im Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen keine Ausbildung. Eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt sei daher nicht sofort möglich. Darüber hinaus gebe es Personengruppen die praktisch gar nicht mehr vermittelbar seien.

Für den Bundestagsabgeordneten Rainer Arnold ist eine Verlängerung der bisher auf neun Monate begrenzten Arbeitsgelegenheiten für nicht vermittelbare Arbeitslose denkbar. Besonders ältere Arbeitslose sollten Arbeitsgelegenheiten auch unbefristet antreten können. Dabei könnte das Arbeitslosengeld II und der Hinzuverdienst aus dem 1-Euro-Job zu einer Leistung gewissermaßen als Gehalt zusammengefasst werden, schlägt er vor. "Dies ist allemal besser und auch kostengünstiger als eine Beschäftigungsmaßnahme nach der anderen folgen zu lassen", so Arnold. Zustimmung erhält Arnold auch von 1-Euro-Jobbern selbst, mit denen er kürzlich in seinem Wahlkreis im Gespräch war. Die Arbeitsgelegenheiten und der Hinzuverdienst würden von den Betroffenen gerne angenommen. Die Arbeitslosen wünschten sich ebenfalls eine längere Dauer der Arbeitsgelegenheiten.

Jobcenter-Geschäftsführer Clemens Woerner lobte derweil die Hartz-IV-Reform. Es sei richtig, in der Arbeitsvermittlung genauso wie in der Arbeitswelt schon immer nach dem Prinzip Fördern und Fordern zu handeln, sagte er gegenüber Arnold. In Böblingen sei man auf gutem Wege die Zielvorgaben der Reform zu erreichen. Ein Fallmanager im Jobcenter betreue bereits nur noch 83 arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren. Ein Verhältnis von 1:75 sieht das Gesetz vor. Jedem Jugendlichen und jungem Erwachsenen konnte mittlerweile ein Arbeits- oder Qualifizierungsangebot gemacht werden. Das Lehrstellenangebot konnte auf Vorjahresniveau gehalten werden, nachdem am Anfang des Jahres noch ein Rückgang zu befürchten war. Insgesamt seien im Landkreis Böblingen 1441 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos, davon gehören 628 in die Zuständigkeit des Jobcenters. "Das sind im Vergleich zu anderen Kreisen nicht viele. Allerdings muss den jungen Menschen auch klar sein, in Zukunft weniger den Wunschberuf erlernen zu können, wenn sie auf dem Arbeitsmarkt eine Chance haben wollen", sagte Woerner.

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