Pressemitteilung

Vereine profitieren von Neuregelung der Minijobs

MdB Rainer Arnold: weitere Förderungen des ehrenamtlichen Engagement werden auf den Weg gebracht

NÜRTINGEN(vhas). Bis zu 400 Euro können Beschäftigte künftig steuer- und abgabenfrei dazu verdienen. Besonders Übungsleiter, Betreuer und andere, die sich für ein geringes Entgelt in den Vereinen engagieren, profitieren von der ab 1. April geltenden Regelung. Denn die Minijobs können mit der steuerfreien Übungsleiterpauschale kombiniert werden, teilt der Nürtinger Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold (SPD) mit. Weitere Verbesserungen soll der neu gegründete parlamentarische Ausschuss "bürgerschaftliches Engagement" ausarbeiten.

Die Übungsleiterpauschale sicherte ehrenamtlich tätigen Menschen bislang schon zu, dass ihre Aufwandsentschädigung etwa für ihre Arbeit als Fußballtrainer bis 154 Euro monatlich ohne Abzüge blieb. Die Neuregelung der Minijobs ermöglicht nun, darüber hinaus weitere 400 Euro abgabenfrei hinzu zu verdienen. So kann ein Übungsleiter, Betreuer oder Trainer für seine Vereinstätigkeit jeden Monat bis zu 554 Euro erhalten ohne darauf Steuern oder Sozialabgaben zu leisten.

Fortan darf nämlich neben der Hauptbeschäftigung ein versicherungsfreier Nebenjob ausgeübt werden. Nur der Arbeitgeber zahlt die Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 23 Prozent und einer zweiprozentigen Pauschalsteuer. Neu ist auch, dass bei Saisonarbeit (50 Tage Regelung) künftig das Kalenderjahr und nicht zwölf Monate gelten. Zudem wurde die Obergrenze von 15 Stunden wöchentlich gestrichen. "All dies bietet gerade Vereinen beim Einsatz von Übungsleitern einen ganz anderen Gestaltungsspielraum", sagt Rainer Arnold. Die Neuregelung sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um Vereine und ehrenamtlich Engagierte weiter zu unterstützen.

Laut Arnold habe die rot-grüne Bundesregierung bereits in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen ehrenamtliche Tätigkeit gefördert. Neben der Anhebung und Verbreiterung der Übungsleiterpauschale wurde zum Beispiel das Stiftungsrecht geändert und eine Enquete-Kommission eingerichtet, die weitere Vorschläge zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements ausgearbeitet hat. Ein auf Initiative der SPD erstmalig eingerichteter parlamentarischer Ausschuss wird sich nun um die Umsetzung der Vorschläge kümmern. Handlungsbedarf sieht Rainer Arnold etwa bei haftungsrechtlichen Regelungen für Vereinsvorstände. Ebenso sollte die Besteuerungsfreigrenze für Vereine auf 40.000 Euro angehoben werden.

Arnold gab auch zu Bedenken, dass nicht allein die Politik gefragt sei: "Mehr Engagement der Bürger erreichen wir nicht allein über Steuererleichterungen und anderen Vergünstigungen, zumal bürgerschaftliches Engagement nicht nur in den Vereinen stattfindet." Notwendig seien vor allem neue, stärker projektbezogene Angebote, um Jugendliche für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen. Darüber hinaus müsse erreicht werden, dass ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft mehr Anerkennung finde. Diesen Ansatz greift unter anderem die von Arnold mitinitiierte Werner-Weinmann-Stiftung auf, die einmal jährlich mit dem Werner-Weinmann-Preis Leistungen im Ehrenamt auszeichnen werde.

Dem Ruf nach weniger Bürokratie kommt die Bundesregierung mit der als Minijobzentrale eingerichteten Bundesknappschaft nach. Sie ist die zentrale Meldestelle, an welche die pauschalen Sozialbeiträge und Steuern abgeführt werden, und gibt auch Auskunft über die neuen Regelungen der 400-Euro-Jobs. Infos im Internet unter www.bundesknappschaft.de oder per Telefon unter 08000 200 504.

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