Pressemitteilung

Wer rastet, der rostet' - Preisverleihung der Werner-Weinmann-Stiftung 2010: Projekt 'Jung und Alt' erhält den diesjährigen Ehrenamtspreis

Projekt „Jung und Alt“ erhält diesjährigen Ehrenamtspreis

 

tl_files/bilder/verleihung_wws_2010.jpg Die Preisträger mit dem Bürgermeister Martin Fritz (rechts), Rainer Arnold (zweiter von links) und der Familie Weinmann (Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken)
 

 

Großbettlingen(pm). Gestern wurde bereits zum siebten Mal der diesjährige Werner-Weinmann-Preis im Foyer des Sportforums Großbettlingen verliehen. Dieser Preis zeichnet bürgerschaftliches Engagement in der Jugend- und Altenhilfe aus. Dieses Jahr konnten sich die Verantwortlichen des Projekts „Jung und Alt“ der Gemeinde Großbettlingen über die 1000 Euro Preisgeld freuen.

Dieses Projekt versteht sich als generationenübergreifend und bietet seit 2004 gemeinsame Aktivitäten für jung und alt an. Das Engagement geht zurück auf einen von der Gemeinde einberufenen Planungsausschuss „ Kommunale Altenhilfeplanung“. In diesem Gremium treffen sich ehrenamtlich Bürgerinnen und Bürger, um zur Umsetzung des zentralen Aspektes im Altenhilfeplan „Stärkung des Bewusstseins zwischen Jung und Alt“ Aktivitäten zu gestalten. So wurde beispielsweise der Bettlinger Seniorensommer und eine SOS-Ruf für pflegende Angehörige eingeführt.

Der Nürtinger SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Werner-Weinmann-Stiftung betonte, dass es wichtig sei, eben nicht einen Jugendplan und einen Altenhilfeplan getrennt voneinander zu gestalten, sondern den Zusammenhalt der Generationen durch solch ein Projekt zu stärken. Die Generationen würden sich untereinander helfen, so Arnold. Der Staat verteilt das Geld von den Jungen zu den Alten, und die Älteren transferien viel Geld wieder an Ihre Kinder oder Enkelkinder zurück. So wäre es ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Aber nicht nur der finanzielle Aspekt sei wichtig. In Deutschland engagieren sich über 24 Millionen Menschen ehrenamtlich. Dies sei auch wichtig, denn die solidarische Bürgergesellschaft habe auch zu Aufgabe den Staat zu korrigieren und zu entlasten, aber nie, wie Arnold betone, zu ersetzen. Der Staat müssen seine Aufgaben erfüllen und die Gesellschaft stärken, denn nur die könnten was leisten, was der Staat nicht kann: den Zusammenhalt zwischen den Menschen zu stärken.

Bürgermeister Fritz bezeichnete das Projekt als „Leuchtturmprojekt“ der Gemeinde. Nicht alles könne die Kommune leisten, so sei zur Gründung des Netzwerkes gekommen. Die Preisträger berichteten detailliert, was alles auf die Beine gestellt worden sei. Jedes Jahr würde das Adventskranzbinden sehr gut angenommen und sei mittlerweile fester Programmpunkt. Zudem würden die verschiedenen Tagesausflüge gut besucht. Die Preisträger betonten, dass gegenseitiger Respekt wichtig sei und dass der Ton die Musik mache. Geistige Fitness sei auch im hohen Alter noch sehr wichtig und die Kinder könnten die Älteren mit den neuen Techniken vertraut machen.

Den Festvortrag hielt Roland Sing, Vorsitzender des Landesseniorenrates Baden-Württemberg und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die immer älter werdende Gesellschaft sei eine Herausforderung. Man müsse es den Menschen ermöglichen, so lang wie möglich ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Entscheidend sei aber auch, dass Ältere sich einbringen, zum Beispiel bei der Kinderbetreuung oder bei der Hausaufgabenbetreuung. Es gebe genügend Potentiale die Ältere einbringen könnten, denn „wer rastet, der rostet“. Es sei nun wichtig, die Kultur des gemeinsamen Helfens weiterzupflegen und zu fördern. Das Projekt „Jung und Alt“ zeige, wie es gehen kann.

Das Schlusswort sprach Goetz Weinmann, der Sohn des verstorbenen Landtagsabgeordneten Werner Weinmanns, zu dessen Ehren die Stiftung 2003 gegründet wurde. Goetz Weinmann bedankte sich bei den Beteiligten der „Spätlese“, die für die Bewirtung gesorgt hatten, sowie bei der gesamten Gemeinde Großbettlingen für die Unterstützung. Das Rahmenprogramm wurde vom Ensemble des Musikvereins Großbettlingen gestaltet.

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